Wann lohnt sich ein Steuerberater?

Steuersoftware vs. Lohnsteuerhilfeverein vs. SteuerberaterEntlastung bei der Steuererklärung – welcher Steuerpflichtige sehnt sich nicht danach. Als Helferlein stehen Steuerberater, Lohnsteuerhilfevereine und diverse Steuersoftwarelösungen zur Verfügung. Doch für wen ist was das richtige Angebot? Reicht der schnelle Griff zur Steuersoftware oder lohnt sich ein professioneller Steuerberater? Die Antwort lautet wieder einmal: Es kommt darauf an.

Steuersoftware für Selbermacher

Die preisgünstigste Lösung für das Erstellen einer Steuererklärung ist eine Steuersoftware, die Sie auf Ihrem Computer, Laptop oder Tablet installieren können. Diese ist in der einfachsten Ausstattung schon ab10 Euro zu haben. Empfehlenswert ist eine Steuersoftware jedoch nur für einfache Fälle und für Steuerpflichtige, die sich entweder mit dem Thema Steuern schon auskennen oder sich darin einarbeiten und intensiver damit auseinander setzen wollen. Vor allem sollten Sie aber auch die Zeit haben, Ihre Steuererklärung selbst zu erledigen. Für komplexe und komplizierte Steuerfälle eignet sich eine Steuersoftware meist nur bedingt, da die Gefahr einfach zu groß ist, dass Sie Fehler einbauen und dadurch mehr Steuern zahlen als nötig.

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Persönliche Unterstützung für Arbeitnehmer – Der Lohnsteuerhilfeverein

Lohnsteuerhilfevereine sind teurer als eine Steuersoftware, aber noch etwas preiswerter als ein Steuerberater. Allerdings können nur Mitglieder die Hilfe eines Lohnsteuerhilfevereins in Anspruch nehmen. Die Mitgliedsbeiträge werden gestaffelt nach der Höhe der Bruttoeinnahmen des Steuerpflichtigen und liegen je nach Lohnsteuerhilfeverein pro Jahr zwischen 36 Euro für Geringverdiener und knapp 400 Euro für Besserverdienende. Dazu kommt noch eine einmalige Aufnahmegebühr von 10 bis 15 Euro.
Wesentlicher Nachteil: Lohnsteuerhilfevereine dürfen nur eingeschränkt beraten (§ 4 Steuerberatungsgesetz) und sind grob gesagt nur für Arbeitnehmer gedacht. Unternehmer sind hier an der falschen Adresse. In den folgenden Fällen ist die Hilfe durch einen Lohnsteuerhilfeverein erlaubt:

  • Erstellen der Einkommensteuererklärung, aber nur bei Einkünften aus nichtselbstständiger Arbeit, Renten, Versorgungsbezügen und Unterhaltsleistungen. Auch bei Einkünften aus Kapitalvermögen, aus Vermietung und Verpachtung und bei sonstigen Einkünfte (zum Beispiel privaten Veräußerungsgeschäften) dürfen Lohnsteuerhilfevereine beraten, aber nur, wenn die Einnahmen aus diesen drei Einkunftsarten nicht höher sind als 13.000 Euro bei der Einzelveranlagung und 26.000 Euro bei der Zusammenveranlagung.
  • Haushaltsnahe Beschäftigungsverhältnisse: Beratung hinsichtlich der Aufgaben als Arbeitgeber
  • Prüfen des Steuerbescheids
  • Einspruch gegen den Steuerbescheid
  • Kindergeld, Freibeträge für Kinder, Ausbildungsfreibetrag usw.: Beratung und Antrag
  • Riester-Rente: Antrag auf Altersvorsorgezulage und Sonderausgabenabzug
  • Lohnsteuerermäßigung: Antrag
  • Freistellungsauftrag bei Einnahmen aus Kapitalvermögen
  • Berechnung der Steuererstattung bzw. Steuernachzahlung
  • Beratung bei der Wahl der richtigen Steuerklasse

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Alleskönner mit höchstem Komfort – Der persönliche Steuerberater

Im Gegensatz zu einer Steuersoftware und einem Lohnsteuerhilfeverein kann und darf der Steuerberater alles. Vor allem Freiberufler, andere Selbstständige, Gewerbetreibende und gerade Existenzgründer sind hier am besten aufgehoben. Aber auch, wer sein Vermögen in außergewöhnliche Anlageformen investiert hat oder investieren will, sollte sich an einen Steuerberater wenden. Ein Steuerberater prüft umfassend die steuerrechtlich relevanten Rahmen und kann sich auch den kompliziertesten Sachverhalten annehmen. Zudem ist es die komfortabelste Möglichkeit, da nur entsprechende Belege (digital) übermittelt werden müssen und den Rest die Steuerberatungskanzlei übernimmt. Mit der obligatorischen Vertretungs- und Empfangsvollmacht ist der Steuerberater auch der primäre Ansprechpartner für das Finanzamt und übernimmt für Sie die entsprechende Kommunikation. Für Unternehmer erstellen Steuerberater auch nicht nur die Steuererklärungen, sondern klassischerweise auch die Finanzbuchhaltung und die Lohnbuchhaltung für Mitarbeiter.
Diese umfangreiche Hilfe hat allerdings auch einen etwas höheren Preis zur Folge. Doch dafür hat der Unternehmer oder Arbeitnehmer auch den größtmöglichen Komfort und die steuerrechtliche Sicherheit.

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Fazit

Für welche dieser drei Möglichkeiten Sie sich entscheiden sollten, hängt also ganz davon ab, ob Sie Unterstützung für Ihre private Steuererklärung suchen oder ob Sie als Unternehmer tätig sind. Unternehmer sind generell bei einem Steuerberater gut aufgehoben und sollten keine Steuererklärung selbst erledigen. Für Privatpersonen hingegen, die sich gern mit der Materie auseinandersetzen und nur einfache Sachverhalte anzugeben haben, kann eine Software interessant sein. Doch auch hier gilt: je komplexer die Situation, desto eher sollte eine Profi ran – zum Beispiel felix1.de. felix1.de bietet Steuerberatung für Unternehmer und Privatpersonen. Alle Leistungen sind zu transparenten Preisen erhältlich und im Vorhinein online abrufbar. Innovative Anwendungen wie die Mobile-App ermöglichen zudem eine einfache und bequeme Zusammenarbeit. Fordern Sie noch heute kostenfrei ein Angebot an!

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Autor: Andreas Reichert, Steuerberater und Vorstand bei felix1.de, 6. Januar 2017