Fit für die Digitalisierung? Das können Traditionsunternehmen von Startups lernen

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Foto: Saskia Uppenkamp http://saskia-uppenkamp.com/

Auf der eintägigen Konferenz NKF Summit trafen Geschäftsführer etablierter Unternehmen („Corporates“) auf die CEOs junger Startups. Im Mittelpunkt stand die Frage: „Digitalisierung: Was können Corporates von Startups lernen und wie können beide zusammen arbeiten?“

Das Problem: Jeder etablierte Unternehmer hat schon einmal von „Digitalisierung“ gehört, aber nur wenige wissen, was dies für das eigene Unternehmen bedeutet und haben dementsprechende Schritte eingeleitet.
Treiber der Digitalisierung ist im Regelfall nicht der traditionelle Mittelstand oder der Konzern mit seinen festen Strukturen und Hierarchien, sondern das kleine, agile Startup, das an disruptiven Geschäftsmodellen und neuartigen Technologien arbeitet – und damit den „Großen“ den Wind aus den Segeln nimmt.

Manchmal werden aus diesen kleinen schnell große, sehr große Unternehmen, die einen ganzen Markt umkrempeln, wie Uber oder Airbnb eindrucksvoll zeigen. Und nicht selten gehen diese Startups dann auch für große Summen an Corporates über.

Wie können Startups und Corporates voneinander profitieren?

Während Startups reich an Ideen und einfallsreichen Technologien sind, mangelt es ihnen oftmals an finanziellen Ressourcen oder Erfahrung in Bereichen wie Marketing, Vertrieb und Controlling.

Digitalisierung: Waskönnen Unternehmen von Startups lernen

Florian Heinemann, Partner bei Project A Ventures (Foto: Saskia Uppenkamp http://saskia-uppenkamp.com/)

Große Unternehmen können genau in diese Bresche springen. Hier ergeben sich Ansätze zur Zusammenarbeit: „Wer die digitale Transformation erfolgreich gestalten will, kommt an einer konstruktiven Zusammenarbeit mit Startups nicht mehr vorbei“, sagt Jan Thomas, Geschäftsführer des Berliner Fachverlags NKF Media. Jan Thomas rief deswegen den NKF Summit in Berlin ins Leben. Am 7. Dezember diskutierten Entscheider von jungen und alteingesessenen Unternehmen in 20 Sessions miteinander, welche Synergien sich zusammen erzeugen lassen und präsentierten Fallstudien erfolgreicher Zusammenarbeit.

Folgende Fragen wurden u.a. beantwortet:
1. Was verbirgt sich hinter Buzzwords wie „Disruption“, „Agilität“ oder „Lean Startup“?
2. Soll man versuchen, Startups im eigenen Unternehmen zu bauen?
3. Wie adaptiert man die Agilität und Fehlerkultur der Startups ins eigene Unternehmen?

NKF Summit: Digitalisierung

Hochkarätige Speaker aus Politik, Medien, Startups und Corporates

„Startup inhouse bauen oder bauen lassen?“

Wer sich als Corporate entschließt, ein Startup zu bauen, steht vor der Wahl: Selbst „inhouse“ bauen oder bauen lassen? Zu diesem Thema diskutierte Marc Müller, Vorstand der ETL – Deutschlands größte Steuerberatungsgruppe – und Gründer des „inhouse“ entwickelten Startups felix1.de, mit Philipp Herrmann von etventure und Friedrich Neuman von Makers – zwei Unternehmen, die Startups im Auftrag für Corporates bauen und diese bei der Digitalisierung beraten. Nils Seger, Gründer der Digitalagentur RCKT., moderierte die Session.

Einer der Hauptgründe, warum Konzerne Hilfe bei sogenannten „Company Buildern“ suchen, sei das fehlende Verständnis der Digitalisierung. Außerdem gäbe es neben mangelnder Risikofreude oftmals keine klar definierten mittel- und langfristigen Ziele, so eine der Thesen des Panels. Deshalb sei es Chefsache, sich zu fragen „Wo will ich mit meinem Startup in 5 Jahren stehen?“ und die notwendigen Voraussetzungen dafür zu schaffen.

Marc Müller dagegen schilderte, wie die ETL-Gruppe es geschafft hat, ohne Hilfe „von außen“ ihr Startup, die Steuerberatungsgesellschaft felix1.de, zu entwickeln: Als Technologieführer in der Steuerberatung habe die ETL-Gruppe bereits vor 10 Jahren die Digitalisierung als strategisches Schwerpunktthema erkannt. Durch die 100%ige IT-Tochter eurodata AG aus Saarbrücken bestünden auch die nötigen digitalen Softwarelösungen bereits seit Jahren.
Die Vision: Die felix1.de AG zur größten deutschen Steuerberatungsgesellschaft zu machen, die auf Wunsch zu 100% online funktioniert.

Und tatsächlich nutzen die felix1.de-Mandanten sämtliche digitale Anwendungen der ETL-Gruppe, wie zum Beispiel die Smartphone-App zum Datenupload (ETL PISA App), die Cloud-Lösung für Faktura und Banking (ETL PISA Finanzen) sowie die elektronische Mandantenakte für alle steuerrelevanten Dokumente (ETL PISA).

Wie schaffen Corporates die Digitalisierung? NKF Summit

P. Hermann (etventure), M. Müller (ETL-Gruppe), F. Neuman (Makers), v.l.n.r.; Foto: Saskia Uppenkamp http://saskia-uppenkamp.com/

Unser Fazit: Mehr davon, bitte!

Der NKF Summit war ein absolut sinnvolles und spannendes Event sowohl für Startups als auch für etablierte Firmen, bei dem beide Seiten vom Austausch zwischen den Experten profitierten – und man hinter die Kulissen des Erfolgs von Shooting Stars wie Airbnb, Uber oder Lieferando blicken konnte. Wir freuen uns auf den NKF Summit Vol.2 in 2017!

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