5 gute Gründe, Steuerfachangestellter zu werden

5-Gründe-Steuerfachangesteller-zu-werden[Gastartikel] Mein Name ist Melchior Bläse und ich bin Steuerfachangestellter. Ich hatte vor der Ausbildung nie mit der Steuerberatung zu tun und ich bin auch kein Steuerjunkie, der unglaublich gerne Steuern zahlt. Viele Gründe sprechen für den Beruf, für mich gibt es aber 5 Hauptgründe, warum der Beruf attraktiv ist und bei viel mehr jungen Menschen eine Rolle in der Ausbildungswahl spielen sollte.

Ein weitverbreitetes Vorurteil des Steuerfachangestellten-Berufsbildes ist, dass die Arbeit eintönig und trocken ist. Auf die Frage, was ich beruflich mache, höre ich bei der Antwort „Steuerfachangestellter“ selten einen Begeisterungsschrei. Ich höre eher etwas wie „Ach wie praktisch, dann kannst du ja meine Steuererklärung machen.“

Doch woher resultiert der Irrglaube, dass der Beruf Steuerfachangestellter staubtrocken und langweilig ist?
Denn de facto ist dies ein Trugschluss. Die meisten Personen, die bereits praktische Erfahrungen mit dem Job des Steuerfachgestellten gesammelt haben, werden eine andere Ansicht vertreten.

Die Komplexität des deutschen Steuerwesens in Verbindung mit den individuellen Einkommenssituationen sowie Unternehmensformen der Mandanten lassen absolut keine Langeweile aufkommen. Man ist direkt am Puls der Unternehmer und hat Einblicke, die sonst wohl niemand hat. Ständig up to date zu sein ist ein unabdingbares Muss in diesem Beruf. Dies hat zur Folge, dass es kein abgeschlossenes Wissen gibt und ein immerwährendes Weiterbilden erforderlich ist. Doch das ist durchaus positiv zu werten, denn so schleicht sich keine allzu große Routine in die Arbeit ein.

Portrait Melchior Blaese

Melchior Bläse, Betreiber von steuerazubi.com

Ich mag diesen Beruf sehr und finde, dass sein Ruf schlechter ist, als er tatsächlich ist. Ich habe mich wegen der großen inhaltlichen Überschneidungen mit meinem Wirtschaftsstudium für den Beruf entschieden und war überrascht, wie abwechslungsreich, vielfältig und attraktiv die Tätigkeit ist.

Aus diesem Grund betreibe ich das Karriereportal steuerazubi.com, auf dem sich junge Menschen auf Augenhöhe über den Beruf austauschen können und alle Informationen über Ausbildung, Bewerbung, Prüfung und weitere Karriere erhalten.

5 gute Gründe, Steuerfachangestellter zu werden

1. Vielversprechende Karrieremöglichkeiten

Die Ausbildung zum Steuerfachangestellten zahlt sich in erster Linie durch die gewinnbringenden und vielversprechenden Karrieremöglichkeiten aus. Seit Jahren besteht eine markante Unterversorgung an Arbeitnehmern in diesem Metier. Unternehmen und Kanzleien suchen händeringend nach qualifiziertem Fachpersonal, das sicher mit der Materie der Buchhaltung, Jahresabschluss, Lohnabrechnung und Steuererklärung umgehen kann.
Auch für Controlling und ähnliche Bereiche gibt es Einsatzmöglichkeiten.

Mit Bestehen der Abschlussprüfung bei den jeweiligen Steuerkammern der einzelnen Bundesländer stehen einem Neu-Steuerfachangestellten Tür und Tor offen für eine erfolgreiche Karriere.
Sei es die Fortbildung zum Steuerfachwirt, Bilanzbuchhalter oder der „Königsdisziplin“, dem Steuerberater – über mangelnde Karriereperspektiven können sich Steuerfachangestellte nicht beschweren.
Natürlich ist das Erklimmen der Karriereleiter mit Aufwand verbunden. Jedoch lohnt es sich in jedem Fall in Weiterbildung zu investieren. Oft werden solche vom Arbeitgeber in Teilen gefördert oder sogar vollständig finanziert.

2. Ein sicherer Arbeitsplatz

In direktem Zusammenhang mit dem erstgenannten Punkt steht die Sicherheit auf einen langfristig bestehenden Arbeitsplatz.
Die Nachfrage nach Steuerfachangestellten wird auch in den nächsten Jahren nicht abebben – es herrscht fast Vollbeschäftigung.
Obwohl es in den kommenden Jahren gerade im Steuerbereich einige Veränderungen geben wird, was die Struktur und den Aufgabenbereich einzelner Kanzleien angeht, kann man sich sicher sein, dass findiges und qualifiziertes Personal nicht zu ersetzen sein wird.
Gerade die optimal angepasste und wissensfundierte Beratung von Mandanten wird von immer größerer Bedeutung werden.
Entsprechend anzuwendende Soft Skills, wie Empathie und Teamfähigkeit, sind also durchaus Eigenschaften, die ein Steuerfachangestellter mitbringen sollte. Dann steht einem langjährig sicheren Arbeitsplatz nichts mehr im Wege.

3. Thematisches Interesse & Aufgabenvielfalt

Der Beruf ist anspruchsvoll und abwechslungsreich. Mein Hauptentscheidungskriterium war das inhaltliche Interesse und ich musste nach meiner Ausbildung feststellen, dass man mit der Ausbildung vielen BWL-Studenten überlegen war – auch fachlich, aber vor allem was die praktischen Fertigkeiten betrifft. Seitdem bezeichne ich die Ausbildung gerne als „BWL-Studium der Praxis“

Es wird ein breites Wissensspektrum benötigt: Steuerrecht, Buchhaltung, wirtschaftliches Know How, Wirtschaftsgesetze, das Lohnwesen sowie die Fähigkeit mit spezieller Software umzugehen, die man für die tägliche Arbeit benötigt.
Schon allein wegen der sich ständig verändernden Gesetzeslage wird es Steuerfachangestellten partout nicht langweilig. Auch das Umrüsten im Zuge der fortscheitenden Digitalisierung erfordert ständiges Anpassen der jeweiligen Arbeitsabläufe.

Zudem hat man täglich mit den unterschiedlichen Personengruppen zu tun: Neben den eigentlichen Mandanten haben Steuerfachangestellte auch oft mit deren Angestellten, Behörden, Banken und nicht zuletzt dem Finanzamt Kontakt. In diesen Gesprächen benötigt ein Steuerfachangestellter Fingerspitzengefühl und Empathie – auch für den Umgang mit Finanzbeamten, wenn es zum Beispiel um Ermessensentscheidungen geht. Im Berufsalltag findet ein stetiger Kontakt mit hochsensiblen Mandantendaten statt.

Da das deutsche Steuerrecht relativ individuell gestaltet ist, ergibt sich oft eine Art Detektivarbeit. Es wird getüftelt, um daraus die richtigen Schlüsse zu ziehen. Genauigkeit, Akkuratesse und ein gewisser Hang zur Pedanterie zeichnen einen guten Steuerfachangestellten ebenfalls aus.

4. Guter Verdienst

Allgemein schneidet dieser Beruf im Vergleich zu anderen Bürotätigkeiten, die ein nicht ganz so breit gefächertes Know-how verlangen, wie z.B. der Beruf der Fachkraft für Büroassistenz, gut ab. Vergleicht man hingegen den Verdienst eines Bankkaufmannes mit dem des Steuerfachangestellten, gibt es hier eher eine Abweichung nach unten, gerade für Berufseinsteger. Jedoch fällt perspektivisch gesehen das steigende Gehalt ins Gewicht, das einem in Folge von Weiterbildungen zu Bilanzbuchhalter, Steuerfachwirt & Co. erwartet.

Hat ein Steuerfachangestellter zusätzlich den Ehrgeiz, die Ausdauer und Motivation, nach der bestandenen Abschlussprüfung das Steuerberaterexamen anzugehen, winken noch weitaus höhere Gehälter.
So können letztendlich alle anderen Büroberufe gehaltstechnisch ausgestochen werden. Dass eine solche Karriere mit einem Ausbildungsberuf möglich ist, ist einmalig und nur den Steuerfachangestellten vorbehalten.

5. Know-how über steuerliche Themen sowie vielfältiges Branchenwissen

Zwar wird man als Steuerfachangestellter eher selten über die tägliche Arbeitsroutine oder das „Kleine Einmaleins der Finanzamt-Kommunikation“ ausgefragt, jedoch führt das durch diesen Job erlangte Expertenwissen zu einem größeren Interesse. Denn Steuern betreffen nun einmal jeden.

Steuerfachangestellte sind spätestens dann willkommene Gesprächspartner, wenn eine (scheinbar überhöhte) Einkommensteuer-Nachzahlung droht. Das ist die Situation, in der jeder Steuerfachangestellte plötzlich glänzen kann. Ganz allgemein bringt das Wissen aus diesem Beruf viele Vorteile. Buchhaltung und Gesetzeslagen für Steuern & Co. sind bekanntermaßen nicht nur für Selbständige zu gebrauchen.

Auch die Kenntnisse über die unterschiedlichsten Branchen, mit denen man in Kontakt kommt, könnten in der einen oder anderen Situation nützlich sein. Als Steuerfachangestellter erhält man sehr tiefgreifende Einblicke in die Eigenheiten, Konjunkturlagen und Konkurrenzsituationen von einzelnen Branchen. Dies ist überaus spannend, weil man dadurch nicht nur zum Experten in Steuerfragen wird, sondern zum Beispiel auch Experte für Forstwirtschaft, für Veranstaltungsmanagement oder für den Betrieb von Gastronomiebetrieben.

Alles in allem ist die Ausbildung zum Steuerfachangestellten ein echter Allrounder, mit der man nur gewinnen kann!

 

Melchior Bläse

Melchior Bläse

Noch während seiner Ausbildung zum Steuerfachangestellten hat er das inzwischen größte Karriereportal der Steuerberatung steuerazubi.com aufgebaut. Durch viele Gespräche und Workshops kennt er die Bedürfnisse der Berufseinsteiger genau und setzt sich für ein besseres Image des Berufsbildes ein.
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