Die Steuerfahndung in NRW funktioniert – das Entdeckungsrisiko steigt

In dem auf Bundesland NRW gab es hohe Mehreinnahmen Steuerfahnder und Betriebsprüfer bescherten dem Land Nordrhein-Westfalen im Jahr 2016 Mehreinnahmen in Höhe von über einer Milliarde Euro gegenüber dem Vorjahr. Zusätzliche Personaleinstellungen, intensivere Prüfungen und immer mehr gesetzliche Befugnisse sind die Hauptgründe für diese Rekordergebnisse der Prüfer. Sorgen müssen sich angesichts dieser Entwicklung vor allem Unternehmer, die mit viel Bargeld hantieren.

53,7 Milliarden Euro Steuern nahm das Land NRW 2016 ein. Rund zehn Prozent davon können sich die 650 Steuerfahnder und 3.550 Betriebsprüfer auf ihre Fahnen schreiben. Vor allem Prüfungen in den Bargeldbranchen wie etwa der Gastronomie, Apotheken oder dem Taxigewerbe waren laut Finanzministerium ausschlaggebend für das positive Ergebnis. In diesem Schwerpunktbereich haben Betriebsprüfer 4.738 Prüfungen durchgeführt. Damit brachten sie ein Mehrergebnis von 4,1 Milliarden Euro zustande. Und auf fast 5.000 Prüfungen kamen die Steuerfahnder, die dem Staat 1,1 Milliarde Euro Mehreinnahmen in den Haushalt spülten.

Wie Sie sich den Betriebsprüfer vom Hals halten

Verglichen mit den Millionen Betrieben und Selbstständigen, die es in NRW gibt, ist die Entdeckungsgefahr für Steuersünder zwar relativ gering. Und wer immer seine Steuererklärungen pünktlich abgibt und sich dabei nicht in Widersprüche verstrickt, hat gute Chancen, auch in Zukunft unbehelligt zu bleiben. Wer dagegen mit dem Betriebsprüfer einmal persönlich Bekanntschaft machen möchte, der braucht nur einen von vier Kardinalfehlern machen.

Warum die Prüfer trotzdem vorbeischauen könnten

Großunternehmen werden dagegen fast jährlich geprüft. Ansonsten gehen Schätzungen davon aus, dass kleinere Betriebe nur alle 20 bis 40 Jahre von einem Betriebsprüfer aufgesucht werden. Doch derlei Statistiken und Spekulationen sind das eine. Wen es entgegen aller Prognosen dennoch erwischt, ist erst einmal geschockt. Und die Wahrscheinlichkeit, dass ein Unternehmer irgendwann in seinem Berufsleben einmal Bekanntschaft mit dem Betriebsprüfer macht, wird in den nächsten Jahren immer größer. Zumal der Gesetzgeber erst Ende des vergangenen Jahres die sogenannte Kassen-Nachschau eingeführt hat.

Ab dem 1.1.2018 kann der Betriebsprüfer von heute auf morgen während der üblichen Ladenöffnungszeit vor der Tür stehen und Ihre Kasse prüfen. Dabei macht es keinen Unterschied, ob sie diese elektronisch oder als offene Ladenkasse führen. Findet der Prüfer etwas, kann er von jetzt auf gleich zu einer Außenprüfung übergehen. Mit solchen Nachschauen haben die Finanzämter schon bei der Umsatz- und Lohnsteuer „gute Erfahrungen“ gemacht. Kassenmanipulationen dürften damit noch schwieriger werden. Was der Gesetzgeber noch alles angeleiert hat, um Kassenmanipulationen zu verhindern, lesen Sie hier in unserem Beitag „BMF will Kassenmanipulationen Riegel vorschieben„.

Steuerstudium für Taxifahrer

Viel Bargeld kursiert auch im Taxigewerbe. Doch wer als selbstständiger Taxifahrer gedacht hat, dass es mit einem großen Geldbeutel getan ist, in den alle Einnahmen fließen und die Entnahmen getätigt werden, der wird schneller einen Betriebsprüfer im Rahmen einer Testfahrt befördern, als ihm lieb ist. Vor allem die Höhe der Umsatzsteuer für die verschiedenen Beförderungsarten bringen Taxifahrer immer wieder durcheinander. Und zugegeben – die Regelungen sind derart kompliziert, dass Taxifahrer heutzutage mehr Zeit mit dem Steuerstudium und der Buchhaltung verbringen als mit dem Auswendiglernen der Straßennamen und Wege.

Bis 50 Kilometer Fahrstrecke sind 7 % Mehrwertsteuer in Rechnung zu stellen, bei Fahrten darüber hinaus 19 %. Aber: Bei Krankenfahrten sind immer 7 % in Rechnung zu stellen, selbst wenn die Fahrt mehr als 50 Kilometer beträgt. Weitere Ausnahmen bestehen zum Beispiel bei Auslandsfahrten oder beim Transport von Gegenständen.

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Keine Angst vor Betriebsprüfungen

Betriebsprüfungen, so ärgerlich sie auch sind, sollten ohnehin nicht als Bedrohung angesehen werden, sondern als eines von zahlreichen unternehmerischen Problemen, für das es Lösungen gibt. In der Regel kündigt das Finanzamt die Betriebsprüfung zwei bis vier Wochen vorher mit der so genannten Prüfungsanordnung an. Darin steht, wann, wo und in welchem Umfang die Betriebsprüfung erfolgt. Auch der Name des Betriebsprüfers wird darin genannt. Sollte der Steuerpflichtige mit dem Betriebsprüfer aus zurückliegenden Jahren schon einmal negative Erfahrungen gesammelt haben, kann er Einspruch gegen die Prüfungsanordnung einlegen. Ob das hilft, steht auf einem anderen Blatt. Allerdings hat auch das Finanzamt kein Interesse an unsachlichen Auseinandersetzungen. Besser stehen die Chancen für einen Prüferwechsel, wenn der Prüfer mit dem Inhaber eines Konkurrenzbetriebs verwandt oder sonstwie liiert ist. Dann geht es um Betriebsgeheimnisse, die der Prüfer weiterreichen könnte.

Eine gute Vorbereitung ist alles

Ansonsten sollte der Unternehmer im Vorfeld einige Vorbereitungen treffen. So muss er sich entscheiden, ob er selbst bei der Betriebsprüfung immer als Ansprechpartner zu Verfügung stehen will oder ein bestimmter Mitarbeiter. Alternativ kann er natürlich auch seinen Steuerberater dazu beauftragen, während der gesamten Betriebsprüfung zur Verfügung zu stehen. Wie immer der Unternehmer sich entscheidet – er sollte dem Finanzamt gegenüber mitteilen, an welche Personen sich der Prüfer im Fall von Fragen wenden kann. Außerdem sollten sämtliche Mitarbeiter des Betriebes angewiesen werden, dem Betriebsprüfer gegenüber so lange keine Auskünfte zu erteilen, wie der Steuerberater dem nicht zugestimmt hat.

Bei Dir oder bei mir

In der Prüfungsanordnung legt das Finanzamt auch fest, wo die Betriebsprüfung durchgeführt wird. Wenn die Verhältnisse in Ihrem Betrieb derart beengt sind, dass Sie dem Betriebsprüfer keinen eigenen Raum zur Verfügung stellen können, sollten Sie Einspruch gegen die Prüfungsanordnung einlegen. Dann besteht die Chance, dass die Betriebsprüfung im Finanzamt oder notfalls bei Ihrem Steuerberater stattfindet. Welche Grenzen Sie dem Betriebsprüfer sonst noch setzen können, erfahren Sie in unserem Beitrag „Was darf der Betriebsprüfer und was nicht?„.

Axel Schulze

Axel Schulze

Steuerberater bei felix1.de
Axel Schulze ist Steuerberater und Leiter einer felix1.de-Niederlassung in Köln.
Axel Schulze

1 Kommentar » Schreibe einen Kommentar

  1. Avatar for Axel Schulze

    Manch einer glaubt tatsächlich, als kleiner Bürger von Millionen könne man nicht entdeckt werden. Irgendwann trifft es einen dann aber dennoch. Ein sehr schöner Artikel!

    Beste Grüße aus Essen,

    Susanne Schmidt

    Link wurde von der Redaktion entfernt.

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