Bauabzugssteuer jetzt auch bei Photovoltaikanlage

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Es ist kein Geheimnis: Die gesetzliche Rente wird wahrscheinlich nicht ausreichen, um davon leben zu können. Zusätzlich sollte jeder selbst vorsorgen. Das geht z. B. mit einer Immobile, die Sie vermieten. Wenn Sie dann noch eine Photovoltaikanlage auf dem Dach anbringen, sind Ihnen die Einnahmen sicher. Ab 2016 gilt aber: Sie müssen die Bauabzugssteuer einbehalten. Wer das nicht weiß, wird richtig Ärger mit dem Finanzamt bekommen.

Auf dem Dach einer Immobilie lässt sich richtig Geld verdienen. Eine große Photovoltaikanlage bringt im Sommer monatlich mehrere Hundert Euro ein. Wenn Sie jetzt aber als Vermieter darüber nachdenken, sich auch eine Photovoltaikanlage auf das Dach bauen zu lassen, müssen Sie die Bauabzugssteuer berücksichtigen.

Photovoltaikanlage gilt ab 2016 als Bauwerk

Das ist neu: Photovoltaikanlagen gelten nun als Bauwerke. Zuvor waren es Betriebsvorrichtungen. Dieser auf den ersten Blick sehr kleine Unterschied hat große Folgen: Denn wenn Sie nun als Vermieter eine Photovoltaikanlage installieren lassen, müssen Sie die Bauabzugssteuer berücksichtigen.

Achtung: Das gilt nicht nur für Vermieter, sondern für alle Unternehmer.

Bauabzugssteuer für Vermieter

Die Bauabzugssteuer ist für Bauherren nichts Neues. Lassen Sie Bauarbeiten an der Immobilie durchführen, müssen Sie 15 % des Bruttorechnungsbetrages einbehalten und an das Finanzamt abführen. Anders ist es, wenn der Bauunternehmer eine Freistellungsbescheinigung vorlegen kann. Dann müssen Sie die Bauabzugssteuer nicht einbehalten und zahlen ganz normal den vollen Rechnungsbetrag.

Bei kleineren Aufträgen brauchen Sie nichts zu beachten. Bis 15.000 Euro pro Jahr und Auftragnehmer müssen Sie keine Bauabzugssteuer einbehalten. Wenn Sie umsatzsteuerpflichtig vermieten, liegt die Bagatellgrenze bei 5.000 Euro.

Und wenn Sie die Bauabzugssteuer nicht beachten?

Haben Sie die Bauabzugssteuer nicht einbehalten und können auch keine Freistellungsbescheinigung vorlegen, haften Sie im Zweifelsfall für die Steuer. Zahlt der Bauunternehmer nämlich seine Steuern nicht, wird sich das Finanzamt sofort an Sie wenden. Das wird bei einer großen Photovoltaikanlage richtig teuer Denn schon eine mittelgroße Anlage kostet schnell mal 30.000 Euro. Das bedeutet: Sie müssten 4.500 Euro Steuern zahlen.

Zusätzlich können sogar noch Säumniszuschläge anfallen. Das ist monatlich noch mal ein Betrag von 1 % von der Steuer (4.500 Euro), den Sie nachzahlen müssen. Wenn dem Finanzamt erst Jahre später auffällt, dass Sie die Bauabzugssteuer nicht bezahlt haben, zahlen Sie dafür jährlich 540 Euro Säumniszuschläge.

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Steuerberater Als ehemaliger Softwareentwickler verbinde ich Steuerrecht, IT und Projektmanagement. Ich bin erst zufrieden, wenn komplizierte Dinge so sehr vereinfacht wurden, dass sie jedes Kind versteht.