Arbeitszimmer absetzen: Alles bleibt beim Alten, sagt der BFH!

Arbeitszimmer absetzenEin großer Streit zwischen den Finanzämtern und Steuerpflichtigen wurde nun endlich entschieden: Es ging um die Frage, ob ein Zimmer das nur teilweise als Arbeitszimmer genutzt wird, von der Steuer abgesetzt werden darf. Und der BFH sagt: Nein! Lesen Sie, warum.

Arbeitszimmer in der Steuererklärung sorgen regelmäßig für Ärger mit den Finanzämtern und den Gerichten. Denn was bei fast allen anderen steuerlich absetzbaren Gegenständen geht, geht bei einem Arbeitszimmer nicht: die teilweise berufliche Nutzung. Das hat der Bundesfinanzhof kürzlich klargestellt.

Problem: Finanzamt kann Nutzung des Arbeitszimmers nicht prüfen

Der Bundesfinanzhof hat mit Beschluss vom 27. Juli 2015 (Aktenzeichen GrS 1/14, Pressemitteilung) entschieden, dass die alte Regelung bestehen bleibt. Arbeitszimmer sind weiterhin nur steuerlich abziehbar, wenn sie fast ausschließlich beruflich genutzt werden.

Die Richter sehen nämlich ein Problem: Finanzämter können nicht genau prüfen, wie lange das Arbeitszimmer tatsächlich beruflich genutzt wird.

Auch wenn genau dokumentiert wird, wann das Arbeitszimmer beruflich genutzt wurde, ist es nicht von der Steuer absetzbar. Wenn Sie also bis jetzt ein Zeitbuch geschrieben haben, können Sie sich ab heute diese zusätzliche Arbeit sparen.

Diese Begründung ist etwas kurios. Wenn Sie nämlich andere Gegenstände nutzen, z. B. einen PC zu 50 % beruflich und 50 % privat, können Sie die Kosten selbstverständlich zur Hälfte in der Steuererklärung angeben. Und dabei reicht Schätzen aus.

Genauso ist es auch beim privaten Pkw, der auch für die Fahrten zur Arbeitsstätte genutzt wird. Die Kosten können – wenn auch nur über die Pendlerpauschale – steuerlich angesetzt werden.

Arbeitszimmer absetzen nicht so einfach

Bei einem Arbeitszimmer ist das grundsätzlich anders. Hier gilt „hop oder top“. Nutzen Sie das Arbeitszimmer ausschließlich beruflich, können alle Kosten, z. B. Miete und Nebenkosten, steuerlich abgesetzt werden. Ausnahme: Für Ihre berufliche Tätigkeit steht Ihnen kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung, das Arbeitszimmer steht aber nicht im Mittelpunkt Ihrer Tätigkeit (Beispiel: Lehrer). Dann sind nur bis zu 1.250 Euro abziehbar.

Wird dagegen das Arbeitszimmer nur teilweise beruflich genutzt, wird gar nichts anerkannt.

Diese sehr eigenartige Regelung sorgte in der Vergangenheit immer wieder dafür, dass Gerichte sich mit diesem Problem auseinandersetzen müssen.

In einem aktuellen Fall wurde ein Arbeitszimmer angegeben, was eben teilweise beruflich genutzt wurde. Das Finanzamt lehnte auch die teilweise Anerkennung ab. Erstaunlicherweise hatte die Klage vor dem Finanzgericht Erfolg. Das Finanzgericht erkannte 60 % der Kosten an. Erstaunlich ist das deshalb, weil der Bundesfinanzhof – immerhin das höchste deutsche Finanzgericht – das bisher immer anders sah. Nun hat der Bundesfinanzhof erneut zu Ungunsten des Steuerzahlers entschieden.

Alexander Berfeld

Alexander Berfeld

Steuerberater bei felix1.de
Alexander Berfeld ist Steuerberater bei der felix1.de-Niederlassung in Berlin-Kaulsdorf.
Alexander Berfeld

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