Tipp: So können Sie Ihren Steuerbescheid prüfen!

Steuerbescheid prüfen

Den Steuerbescheid von vorne bis hinten durchlesen? Da gibt es definitiv angenehmere Aufgaben. Trotzdem sollten Sie sich der Herausforderung stellen, den hohen Lesewiderstand überwinden und den Steuerbescheid prüfen. Denn viele Bescheide sind fehlerhaft – und bei genauem Hinsehen können Sie für sich vielleicht noch etwas herausholen. Lesen Sie, welche Punkte Sie in Ihrem Steuerbescheid prüfen sollten.

Absender, Steuernummer, ID-Nummer, Datum des Bescheids

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Einen Fehler im Steuerbescheid können Sie mit dem Einspruch korrigieren lassen. Ihr Einspruchsschreiben schicken Sie an das Finanzamt, von dem Sie den Steuerbescheid bekommen haben. Dabei geben Sie Ihre Steuernummer und ID-Nummer an. Für Ihren Einspruch haben Sie einen Monat Zeit.

Tipp: Neuerdings können Sie einen Einspruch gegen den Steuerbescheid auch online über ELSTER einlegen!

Beispiel:

Aufgabe zur Post = Datum des Bescheids: 13.11.2015 (Freitag)
Bekanntgabe am dritten Tag nach Aufgabe zur Post: 16.11.2015 (Montag)
Beginn der Einspruchsfrist: 17.11.2015 (Dienstag)
Ende der Einspruchsfrist: 16.12.2015 (Mittwoch)

Bezeichnung des Bescheids

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Wenn Sie Ihren Steuerbescheid prüfen, achten Sie darauf, welchen Bescheid Sie in Händen halten. Denn mit einem „Bescheid für 2014 über Einkommensteuer, Kirchensteuer und Solidaritätszuschlag“ erhalten Sie mit einem Schreiben mehrere „Festsetzungen“ (z. B. Einkommensteuer, Solidaritätszuschlag, Kirchensteuer). Jede Festsetzung können Sie separat anfechten.

Festsetzung der Einkommensteuer (Art der Steuerfestsetzung)

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Hier sehen Sie auf einen Blick, wie hoch Ihre Steuerschuld ist, welche Vorauszahlungen das Finanzamt berücksichtigt hat, ob Sie Steuern nachzahlen müssen oder eine Steuererstattung erhalten und wie hoch die Nachzahlung bzw. Erstattung ausfällt.
In diesem Teil ist auch vermerkt, dass Ihr Bescheid teilweise vorläufig ist. Ihr Bescheid bleibt in bestimmten Punkten offen und nur diese können später noch geändert werden.
Falls Ihr Bescheid unter dem „Vorbehalt der Nachprüfung“ steht, findet sich hier ebenfalls ein Vermerk. Vorbehalt der Nachprüfung bedeutet, dass der Bescheid in vollem Umfang offen bleibt und in jedem Punkt noch abgeändert werden kann.

Ganz wichtig: Prüfen Sie, ob die im Steuerbescheid genannte Bankverbindung richtig ist!

Besteuerungsgrundlagen (Berechnung des zu versteuernden Einkommens)

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Bis hierhin war das Steuerbescheid prüfen nicht so schwer, jetzt geht es allerdings ans Eingemachte. Denn die Besteuerungsgrundlagen sind das Herzstück Ihres Steuerbescheids. Hier wird das zu versteuernde Einkommen ermittelt und die Einkommensteuer berechnet. Es warten aber auch zahlreiche Stolpersteine in diesem Teil des Bescheids.

Zum einen ist zwar das Berechnungsschema grundsätzlich immer gleich, je nach Einzelfall fällt jedoch der eine oder andere Schritt weg oder werden Schritte zusammengefasst. Zum anderen lassen sich manche Berechnungen anhand des Steuerbescheids gar nicht nachvollziehen.

Was ist also zu tun? Sie müssen vor allem Zahlen prüfen und vergleichen: Stimmen die Beträge im Steuerbescheid mit den Beträgen überein, die Sie in der Steuererklärung angegeben haben? Legen Sie dafür am besten die Steuerberechnung Ihres Steuererklärungsprogramms neben den Bescheid und gehen alles Punkt für Punkt durch.

Stellen Sie eine Abweichung zu Ihren Ungunsten fest, prüfen Sie, ob das Finanzamt in den Erläuterungen die Abweichung begründet hat. Sind Sie mit der Erklärung nicht einverstanden, legen Sie Einspruch ein. Das Gleiche gilt, wenn sich in den Erläuterungen keine Begründung findet, warum das Finanzamt von Ihrer Steuererklärung abgewichen ist.

Erläuterungen zur Festsetzung der Einkommensteuer

Wenn Sie den Steuerbescheid prüfen, sollten Sie auch die Erläuterungen lesen. Denn: Hat das Finanzamt bestimmte Ausgaben nicht anerkannt, findet sich in den Erläuterungen (meist) ein Hinweis dazu. In welchen Punkten Ihr Steuerbescheid vorläufig ist bzw. warum er unter dem Vorbehalt der Nachprüfung steht, entnehmen Sie ebenfalls den Erläuterungen.

Festsetzung der Vorauszahlungen

So ausführlich wie die Darstellung der Besteuerungsgrundlagen zur Festsetzung der Einkommensteuer ist auch die Berechnung der Vorauszahlungen. Gut für Sie, denn so können Sie nachvollziehen, mit welchen Beträgen das Finanzamt gerechnet hat.

Rechtsbehelfsbelehrung

Hier erklärt Ihnen das Finanzamt, wie und bei wem Sie sich gegen die Festsetzungen wehren können und welche Folgen Sie erwarten, wenn Sie eine Nachzahlung oder Vorauszahlung zu spät leisten.

Wir hoffen, dass Sie den Artikel hilfreich fanden. Übrigens: Wir von felix1.de erstellen gerne Ihre Einkommensteuererklärung. Kalkulieren Sie den Preis im Vorhinein hier. Die Prüfung des Steuerbescheids ist natürlich im Preis inklusive.

 

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