Steuersparmodell: Stille Beteiligung eines Familienangehörigen

Vater und Sohn im FamilienunternehmenHaben Sie schon einmal darüber nachgedacht, Ihre Kinder an Ihrer Firma zu beteiligen? Das kann sich lohnen – denn es winkt eine satte steuerliche Entlastung. Doch wie immer schaut das Finanzamt genau hin, wenn es um Familienangehörige geht. Was es zu beachten gilt, wenn Sie durch die stille Beteiligung von Familienmitgliedern Steuern sparen möchten, erfahren Sie in diesem Artikel.

Welche Vorteile gibt es?

Wer sich für die stille Beteiligung der eigenen Kinder an der Firma entscheidet, hat dabei meist nur eines im Sinn: Steuern sparen. Das ist verständlich – aber das erkennt auch das Finanzamt. Schließlich kann man hierdurch erhebliche finanzielle Vorteile einfahren. Grund ist, dass durch die Beteiligung der ausgeschüttete Gewinn auf mehrere Köpfe verteilt wird. „Aber Steuern werden doch trotzdem für jeden fällig“, mögen Sie da vielleicht denken. Das stimmt – aber unter Umständen profitieren Sie von einem geringeren Steuersatz. Dies verdeutlicht folgendes Rechenbeispiel:

Vater Volker hat eine GmbH & Co. KG mit einem jährlichen Gewinn von 100.000 Euro. Sein Sohn Sven und seine Tochter Tina gehen noch zur Schule. Volker beteiligt die beiden mit jährlich je 5 % an seiner Firma.

Bei einem Durchschnittsteuersatz von 30 % müsste Volker 30.000 Euro Steuern im Jahr zahlen. Es werden insgesamt 10 %, also 10.000 Euro, an seine Kinder ausgeschüttet. Bei Anwendung des Spitzensteuersatzes von 42 % ergeben sich 4.200 Euro Steuern. Somit reduziert sich die Steuerbelastung von 30.000 Euro auf 25.800 Euro.

Erfolgt die Beteiligung beispielsweise über 5 Jahre, ergibt sich damit schon ein Steuervorteil von 4.200 Euro mal 5 Jahre = 21.000 Euro. Die Kinder müssen keine Steuer zahlen, da sie unter dem Freibetrag liegen.

Was muss vertraglich beachtet werden?

Wichtig ist – wie auch bei Arbeitsverträgen unter Angehörigen – dass die Beteiligung des Familienangehörigen steuerlich angemessen ist, also einem Fremdvergleich standhält. Das Finanzamt prüft insbesondere, ob die stille Beteiligung ernsthaft gewollt, tatsächlich durchgeführt und unter den Bedingungen abgeschlossen wurde, unter denen sie auch mit einem Dritten abgeschlossen worden wären. Sprich: Wie bei einem sonstigen stillen Gesellschafter sind das grob gesagt die Erbringung des Gesellschafterbeitrags, die Treuepflicht und – je nach Ausgestaltung des Gesellschaftervertrags – Vermögens- und Kontrollrechte (atypisch stille Beteiligung).

Einen ganz entscheidenden Anteil hat in diesem Zusammenhang die Beteiligungshöhe. Dabei richtet sich die als angemessen angesehen Beteiligungshöhe nach unterschiedlichen Faktoren: Wird der stille Gesellschafter nicht am Verlust beteiligt, darf die Beteiligung maximal 25 % betragen. Bei einer Verlustbeteiligung sind es hingegen 35 %.

Viel strenger ist das Finanzamt, wenn die Beteiligung dem Angehörigen geschenkt wird. In diesem Fall darf die Durchschnittsrendite der Einlage nicht höher als 12 % sein, und im Falle einer Verlustbeteiligung sind es 15 %.

Werden die als angemessen angesehenen Werte überschritten, handelt es sich um eine verdeckte Gewinnausschüttung. Dann werden die Gewinnanteile in der Höhe des überschreitenden Anteils beim stillen Gesellschafter nicht als Gewinn erfasst. Der Gesellschafter, der dem Stillen nahe steht, bekommt in diesem Fall den Gewinn zugerechnet.

Woran muss man bei Minderjährigen denken?

Wer über die Beteiligung der eigenen Kinder nachdenkt, muss beim Vertragsabschluss wissen: Sie können nicht gleichzeitig Ihr Kind vertreten und mit sich selbst einen Gesellschaftsvertrag abschließen! Bedeutet: Ihr Kind braucht einen Ergänzungspfleger, das vom zuständigen Familiengericht bestellt wird. Ergänzungspfleger kann allerdings auch ein Angehöriger werden, sofern er nicht in gerader Linie mit dem Kind verwandt ist. Die Entscheidung des Familiengerichts kann sich allerdings hinziehen und es ist nicht sicher, dass eine vorgeschlagene Person auch als Ergänzungspfleger anerkannt wird.

Welche steuerlichen Vorteile gibt es noch?

Die Beteiligung von Familienangehörigen kann zudem steuerlich sinnvoll sein, um Steuerfreibeträge oder Pauschbeträge auszunutzen. Zudem spielen Erbschaftsteuer und Schenkungsteuer eine große Rolle – hier gibt es unterschiedliche Freibeträge je nachdem, wer der Beschenkte ist.

Fazit

Die Beteiligung von Familienangehörigen ist steuerlich vorteilhaft, wenn man es richtig macht. Doch es lauern viele Gefahren und das Thema ist vielschichtig. Sprechen Sie deshalb am besten mit einem erfahrenen Steuerberater, bevor Sie vorschnell auf dieses Steuersparmodell setzen.