Steuerliche Behandlung von Photovoltaikanlagen – so geht´s

Steuerliche Behandlung von PhotovoltaikanlagenEtwas für die Umwelt tun und auch noch Geld sparen – das geht mit einer Photovoltaikanlage. Wer aber so eine Anlage betreibt, wird zum Unternehmer, wenn er den Strom in das öffentliche Netz einspeist. Damit sind natürlich auch Steuern zu zahlen. felix1.de erklärt kurz und knapp die steuerliche Behandlung von Photovoltaikanlagen.

Steuerliche Behandlung von Photovoltaikanlagen? Bei privater Nutzung keine Umsatzsteuer

Wird der Strom der Photovoltaikanlage ausschließlich selbst privat genutzt, ist es allerdings ganz einfach. Steuerlich ist dann nämlich gar nichts zu beachten. Aus den Anschaffungskosten der Photovoltaikanlage erstattet das Finanzamt keine Umsatzsteuer. Der selbst verbrauchte Strom wird auch nicht versteuert.

Wer in das öffentliche Stromnetz einspeist, ist Unternehmer

Wenn der gesamte Strom in das öffentliche Netz eingespeist wird, wird der Eigenheimbesitzer dagegen zum Unternehmer. Die Umsatzsteuer ist an das Finanzamt abzuführen.
Wird die Anlage installiert, kann der Eigenheimbesitzer die Umsatzsteuer aus der Rechnung vom Finanzamt zurückfordern – er hat den vollen Vorsteuerabzug. Das geht natürlich auch aus allen anderen Rechnungen im Zusammenhang mit der Photovoltaikanlage, die im Briefkasten landen.

Bei gemischter Nutzung ist die steuerliche Behandlung von Photovoltaikanlagen etwas komplexer

Wird die Anlage gemischt genutzt – also der Strom teilweise selbst verbraucht und teilweise in das öffentliche Netz eingespeist – ist es komplizierter. So bestehen für Anlagen, die nach dem 31.03.2012 in Betrieb genommen wurden, mehrere Möglichkeiten:

  1. Die Photovoltaikanlage kann voll dem Unternehmen zugeordnet werden. Dann erstattet das Finanzamt die gesamte in Rechnung gestellte Umsatzsteuer aus der Anschaffung und Installation. Für den in das öffentliche Netz eingespeisten Strom ist die Umsatzsteuer an das Finanzamt abzuführen. Für den selbst verbrauchen Strom fällt auch Umsatzsteuer an, obwohl der Netzbetreiber diesen Strom natürlich gar nicht bezahlt. Wichtig: Die vollständige Zuordnung zum Unternehmen müssen Sie in diesem Fall dem Finanzamt gegenüber zeitnah und eindeutig dokumentieren – spätestens bis zum 31.5. des Folgejahres.
  1. Die Photovoltaikanlage kann aufgeteilt werden: in einen unternehmerischen und einen privaten Teil. Für den privaten Teil der Anlage erstattet das Finanzamt die Umsatzsteuer nicht. Deshalb muss auch für den selbst verbrauchten Strom keine Umsatzsteuer an das Finanzamt abgeführt werden.
    Für den Teil des eingespeisten Stroms ist Umsatzsteuer an das Finanzamt abzuführen und das Finanzamt erstattet den Teil der Umsatzsteuer aus der Anschaffung und Installation der Anlage. Achtung: Der Teil des eingespeisten Stroms muss aber mindestens 10 % betragen. Liegt dieser Anteil darunter, erstattet das Finanzamt überhaupt keine Umsatzsteuer.

Übrigens: Für Anlagen, die zwischen dem 1.1.2009 und dem 31.3.2012 in Betrieb genommen wurden, war die steuerliche Behandlung von Photovoltaikanlagen noch anders: Hier galt der gesamte erzeugte Strom als in das Netz eingespeist. Folge: Die Anlage musste zu 100 % dem Unternehmen zugeordnet werden, da auch der privat genutzte Strom vergütet wurde, und es fiel Umsatzsteuer an.

Lieber keine Umsatzsteuer zahlen? Kleinunternehmerregelung kann helfen

Wem das alles zu kompliziert ist, hat noch eine weitere Möglichkeit: die Kleinunternehmerregelung. Bei Photovoltaikanlagen auf Einfamilienhäusern wird der Jahresumsatz der Anlage selten über 17.500 Euro liegen. In diesem Fall können Sie von der Kleinunternehmerregelung Gebrauch machen: Dann ist keine Umsatzsteuer an das Finanzamt zu zahlen und das Finanzamt erstattet im Gegenzug auch nicht die Umsatzsteuer aus den Anschaffungskosten. Lesen Sie Details zur Kleinunternehmerregelung im felix1.de Blog-Artikel „Fünf Fragen zum Kleinunternehmer„.

Einbau eines Stromspeichers

Wird mit der Anlage sofort ein Stromspeicher eingebaut, gehört dieser zur Photovoltaikanlage. Die Umsatzsteuer wird dann entsprechend der Zuordnung der Anlage erstattet. Anders sieht es allerdings aus, wenn der Stromspeicher erst nachträglich in eine bestehende Anlage eingebaut wird, entschied das Finanzgericht München (Urteil vom 9.6.2015 – 14 K 2776/14). Für den Stromspeicher werde die Umsatzsteuer nicht erstattet, weil der Strom aus dem Speicher ausschließlich selbst verbraucht werde. Der Speicher sei nicht für den Betrieb der Anlage erforderlich, sondern diene nur der Speicherung des bereits erzeugten Stromes. Er werde dann  nicht zu mindestens 10 % für die Einspeisung in das öffentliche Netz verwendet und die Umsatzsteuer entsprechend auch nicht anteilig erstattet.

felix1.de Steuerberaterin Annette Lemke „Ich empfehle den Leuten in der Regel, die Anlage zu 100% dem Unternehmen zuzuordnen. So sichern Sie sich den vollen Vorsteuerabzug. Denn nachträglich kann der Vorsteuerabzug nicht ohne weiteres geändert werden,“ sagt Annette Lemke von der felix1.de Steuerberatungsgesellschaft, spezialisiert auf Photovoltaikanlagen.

 

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Annika Haucke

Rechtsanwältin bei felix1.de
Rechtliche und steuerliche Themen – spricht man sie an, folgt nicht selten ein Gähnen beim Gegenüber. Ich versuche diese Themen in meinen Texten so zu verpacken, dass sie jeder versteht und es einfach mehr Spaß macht, sie zu lesen.
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Rechtliche und steuerliche Themen – spricht man sie an, folgt nicht selten ein Gähnen beim Gegenüber. Ich versuche diese Themen in meinen Texten so zu verpacken, dass sie jeder versteht und es einfach mehr Spaß macht, sie zu lesen.