Sonderabschreibung als Steuervorteil

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Fast jeder Unternehmer kennt den Begriff Sonderabschreibung. Allerdings kann diese in nur ganz bestimmten Fällen vorgenommen werden. Erfahren Sie, wann dieser steuerliche Vorteil genutzt werden darf.

Sonderabschreibung für kleine und mittlere Unternehmen

Für kleine und mittlere Unternehmen gibt es eine ganz besondere Wirtschaftsförderung. Der Gesetzgeber hatte die Sonderabschreibung (Sonder-AfA) in der Wirtschaftskrise eingeführt. Obwohl in Deutschland diese Krise längst überwunden ist, besteht diese Möglichkeit weiterhin.

Kleine und mittlere Unternehmen können, wenn sie ein Wirtschaftsgut anschaffen, bis zu 20% Sonderabschreibung vornehmen. Das geht in dem Jahr der Anschaffung oder in den 4 darauffolgenden Jahren.

Unter kleinen und mittleren Unternehmen versteht der Gesetzgeber:

  • Gewerbebetriebe, die nicht mehr als 235.000 Euro Betriebsvermögen haben.
  • Land- und Forstwirte, deren Betriebsvermögen maximal 125.000 Euro beträgt.
  • Unternehmen, die ihren Gewinn durch Einnahmenüberschuss ermitteln und nicht mehr als 100.000 Euro Gewinn erzielt haben.

Diese Grenze muss das Unternehmen im Vorjahr einhalten, in dem das Wirtschaftsgut angeschafft wurde.
Diese Abschreibung darf nur auf bewegliche und abnutzbare Wirtschaftsgüter angewendet werden, wenn diese überwiegend betrieblich genutzt werden.

Sonderabschreibung bei dauernder Wertminderung

Eine Sonderabschreibung (Teilwertabschreibung) darf ansonsten nur dann vorgenommen werden, wenn Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens einer dauernden Wertminderung unterliegen. Die Finanzverwaltung hat ganz genau definiert, wann so eine dauernde Wertminderung vorliegt: Der Wert des Wirtschaftsguts muss unter dem Wert liegen, den das Wirtschaftsgut nach der Hälfte der Restnutzungsdauer hat.

Beispiel: Unternehmer Schmidt kauft eine Maschine für 100.000 Euro. Diese hat eine Nutzungsdauer von 10 Jahren. Nach 2 Jahren kommt das Nachfolgemodell der Maschine auf den Markt, wodurch der Zeitwert der Maschine um 20.000 Euro sinkt.

Die Maschine hat nach zwei Jahren einen Restbuchwert durch planmäßige Abschreibung von 80.000 Euro. Die Sonder-AfA würde 20.000 Euro betragen. Nach der Hälfte der Restnutzungsdauer von 8 Jahren hätte die Maschine einen Wert von 40.000 Euro, wenn keine Sonderabschreibung vorgenommen wird. Aus diesem Grund darf letztere nicht vorgenommen werden.

Wann sollte man auf sie verzichten?

Im Steuerrecht ist diese Form der Abschreibung optional. Das bedeutet, die Sonder-AfA muss nicht vorgenommen werden. Wenn der Gewinn in dem Jahr, in dem sie vorgenommen werden soll, geringer ist als in den nachfolgenden, sollte man auf eine Sonderabschreibung sogar verzichten. Da durch sie in den Folgejahren der Wert der planmäßigen Abschreibung sinkt, hätte das Unternehmen in diesen Jahren einen höheren Gewinn, der dann noch mehr Steuern auslösen würde!

Eine weitere Sonderabschreibung ist möglich, wenn ein Investitionsabzugsbetrag gebildet wurde.

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Andreas Reichert

Steuerberater

Als ehemaliger Softwareentwickler verbinde ich Steuerrecht, IT und Projektmanagement. Ich bin erst zufrieden, wenn komplizierte Dinge so sehr vereinfacht wurden, dass sie jedes Kind versteht.
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