Sollversteuerung oder Istversteuerung?

Sollversteuerung oder Istversteuerung

Sollversteuerung oder Istversteuerung?

Gründer tun sich oft schwer mit der Anmeldung beim Finanzamt. Da kommen Fragen auf wie „Bin ich eigentlich Gewerbetreibender oder Freiberufler?“ oder „Muss ich eine Bilanz aufstellen?“. Eine wichtige Entscheidung, bei denen vielen Existenzgründern ein großes Fragezeichen ins Gesicht geschrieben steht, ist auch die Frage „Wähle ich die Sollversteuerung oder die Istversteuerung?“.

Die Wahl „Sollversteuerung oder Istversteuerung“ – bedeutender, als man denkt

Ob es nun im Studium das BaföG war oder bei der jungen Mutter das Kindergeld: Oft hatte man schon mit Anträgen zu tun und selten verbinden es viele nicht unbedingt mit Freude sondern sehen es als notwendiges Übel. Kaum anders wird es dem steuerlichen eher unerfahrenen Gründer beim Ausfüllen des Finanzamtsfragebogens gehen.  Und wenn der sich schon bis zur Zeile 151 des Fragebogens zur steuerlichen Erfassung durchgequält hat, wird er sich sicher an dieser Stelle sagen “ Was soll´s – ich bleibe bei der Sollversteuerung! Wird schon einen Grund haben, dass standardmäßig die Berechnung der Umsatzsteuer nach der Sollversteuerung vorgenommen wird.“ Doch das ist ein Fehler! Diese Entscheidung spielt – genauso wie viele andere Fragen im Anmeldebogen – eine große Rolle für Ihr Unternehmen.

Aber was bedeutet eigentlich Sollversteuerung oder Istversteuerung?

Sollversteuerung ist die Versteuerung der Entgelte nach vereinbarten Entgelten. Das bedeutet, dass Sie dann, wenn Sie Ihre Leistung erbracht und die Rechnung dafür gestellt haben, die Umsatzsteuer abführen müssen. Hingegen wird bei der Istversteuerung die Umsatzsteuer erst in dem Moment fällig, in dem der Rechnungsbetrag vom Kunden auf Ihrem Konto eingegangen ist. Folge: Sie haben keine Steuer zu bezahlen, wenn der Kunde noch nicht gezahlt hat.

Beispiel: Ein Webentwickler entwickelt für seinen Kunden eine Homepage und stellt ihm den vereinbarten Betrag am 28. März in Rechnung. Der Kunde zahlt erst am 15. Mai. Bei der Sollversteuerung muss der Entwickler die Umsatzsteuer bereits im März abführen – also noch bevor er das Geld vom Kunden erhalten hat. Wählt er die Istversteuerung, ist die Umsatzsteuer erst im Mai fällig.

Der Vorteil der Istversteuerung

Der Vorteil liegt damit für Sie klar in einem Liquiditätsvorteil. Das ist natürlich gerade in der Anfangsphase ein kostbares Gut. Im Beispiel oben hat der Entwickler das Geld zwei Monate länger zur Verfügung. Diesen Vorteil sollten Sie sich nicht entgehen lassen.

Die Entscheidung des Finanzamts gilt für das volle Jahr, kann allerdings auch widerrufen werden. Eine Rückkehr zur Sollversteuerung ist für Sie ohne Probleme möglich.

Keine Lust, den Finanzamtsfragebogen selbst zu erstellen?

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Und wenn ich Kleinunternehmer bin?

Sind Sie Kleinunternehmer und brauchen Hilfe beim Ausfüllen des Fragebogens zur steuerlichen Erfassung? Schauen Sie sich doch unser Erklärvideo „felix1.de Steuertipp für Kleinunternehmer: Fragebogen zur steuerlichen Erfassung“ an.

Annika Haucke

Rechtsanwältin bei felix1.de
Rechtliche und steuerliche Themen – spricht man sie an, folgt nicht selten ein Gähnen beim Gegenüber. Ich versuche diese Themen in meinen Texten so zu verpacken, dass sie jeder versteht und es einfach mehr Spaß macht, sie zu lesen.
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Rechtliche und steuerliche Themen – spricht man sie an, folgt nicht selten ein Gähnen beim Gegenüber. Ich versuche diese Themen in meinen Texten so zu verpacken, dass sie jeder versteht und es einfach mehr Spaß macht, sie zu lesen.