Generalverdacht: Bei diesen 4 Fehlern kommt der Betriebsprüfer

Bei-diesen-4-Fehlern-kommt-Betriebsprüfer-garantiertMeldet sich der Betriebsprüfer an, rutscht wohl fast jedem Unternehmer erst mal das Herz in die Hose. Ob und wie oft ein Unternehmen geprüft wird, hängt nicht nur von der Größe des Unternehmens ab, sondern auch davon, wie sich der Unternehmer verhält. felix1.de erklärt, bei welchen Fehlern der Betriebsprüfer ganz sicher vor der Tür steht.

Mit einer Betriebsprüfung muss jeder Unternehmer rechnen. Denn das Finanzamt wählt Unternehmen zufällig aus. Bei kleinen Unternehmen ist das Risiko sehr gering überhaupt einen Betriebsprüfer jemals zu Gesicht zu bekommen. Größere Betriebe werden dagegen sogar jährlich geprüft. Es liegt also nicht immer an dem Unternehmen selbst, dass eine Betriebsprüfung angeordnet wird.

Kleine und mittlere Unternehmen können das sehr wohl beeinflussen. Denn durch die folgenden Fehler löst der Unternehmer sehr schnell eine Betriebsprüfung aus!

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1. Umsatzsteuervoranmeldungen und Umsatzsteuererklärungen weichen ab

Die meisten Unternehmen müssen monatlich oder auch vierteljährlich eine Umsatzsteuervoranmeldung abgeben. Ist das Jahr um, muss zusätzlich eine Umsatzsteuererklärung eingereicht werden. Eigentlich sollten die Werte in der Umsatzsteuererklärung nicht von denen in den Umsatzsteuervoranmeldungen abweichen. Stellt der Unternehmer allerdings fest, dass Fehler in den Voranmeldungen gemacht wurden, müssen diese in der Umsatzsteuererklärung korrigiert werden. Für das Finanzamt ist das allerdings ein Hinweis darauf, dass der Unternehmer es nicht so genau mit seinen Voranmeldungen und seiner Buchhaltung nimmt.

Tipp: Achten Sie schon bei den Umsatzsteuervoranmeldungen darauf, dass Eigenverbräuche angeben werden – denn das ist Pflicht. Außerdem minimieren Sie so die Abweichungen.
Wenn Sie Abweichungen und Fehler beim Erstellen der Umsatzsteuerjahreserklärung feststellen, müssen Sie diese auf jeden Fall korrigieren und die richtigen Werte angeben. Machen Sie absichtlich falsche Angaben, damit keine Betriebsprüfung droht, begehen Sie Steuerhinterziehung.

Übrigens: Kleine Abweichungen sind nicht ungewöhnlich. Eine Betriebsprüfung wird deshalb nicht angeordnet.

2. Ihre Lebenshaltungskosten können nicht durch den Gewinn gedeckt werden

Nicht jedes Unternehmen erwirtschaftet einen Gewinn, von dem der Unternehmer leben kann. Wenn mehrere Jahre hintereinander nur sehr kleine Gewinne oder sogar Verluste erzielt werden, stellt sich das Finanzamt irgendwann die Frage: Wovon lebt der Unternehmer eigentlich?

Kommt dann noch dazu, dass der Unternehmer sich gerade ein Haus gekauft hat oder eine besonders teure Wohnung angemietet hat, ist eine Betriebsprüfung ziemlich sicher.

Entstehen im Unternehmen immer wieder Verluste und werden die durch Privateinlagen ausgeglichen, stellt sich das Finanzamt erst Recht die Frage, woher das Geld eigentlich kommt. Wenn andere Einkunftsquellen, z.B. Vermietungen oder Kapitalanlagen vorhanden sind, ist das natürlich eine Erklärung. Ansonsten wird der Betriebsprüfer früher oder später vor der Tür stehen.

3. Verspätete Abgabe der Steuererklärung

Wenn Sie ein- oder zweimal die Steuererklärung nicht pünktlich eingereicht haben, haben Sie noch nichts zu befürchten. Wird das allerdings zum Dauerzustand, möchte das Finanzamt schon wissen, was in Ihrem Unternehmen nicht stimmt. Eine Betriebsprüfung ist zwar eigentlich nicht das dafür vorgesehene Mittel, trotzdem wendet das Finanzamt diese gerne an.

Geben Sie gar keine Steuererklärungen ab, wird sich das Finanzamt Ihr Unternehmen ansehen. Denn erhalten Sie einen Steuerschätzbescheid, kann das Finanzamt den normalerweise noch 4 Jahren lang ändern. Reichen Sie auf den Schätzbescheid keine Steuererklärung ein, wird sich das Finanzamt Ihre Unterlagen und den Betrieb innerhalb dieser 4 Jahre ansehen.

Welche Möglichkeiten das Finanzamt außerdem noch hat, wenn Sie eine Steuererklärung nicht pünktlich einreichen, lesen Sie in unserem Blogbeitrag „Steuererklärungsfrist verpasst – was tun?“

4. Betriebsprüfer kam in der Vergangenheit

Hatten Sie schon einmal eine Betriebsprüfung, kommt es darauf an, was der Prüfer gefunden hat. Auch hierbei sind kleine Abweichungen zwischen Ihrer Steuererklärung und dem Ergebnis der Betriebsprüfung vollkommen normal. Hat der Betriebsprüfer allerdings größere Sachen entdeckt, ist Ihnen die nächste Betriebsprüfung sicher.

Übrigens: Wenn Sie den Betriebsprüfer im Haus haben, sind Sie verpflichtet, ihm Auskünfte zu erteilen und Unterlagen auszuhändigen. Und – auch ein Betriebsprüfer ist nur ein Mensch. Verärgern Sie den Betriebsprüfer durch Ihr Verhalten, wird er sich genauer in Ihrem Unternehmen umschauen.

 

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Andreas Reichert

Steuerberater

Als ehemaliger Softwareentwickler verbinde ich Steuerrecht, IT und Projektmanagement. Ich bin erst zufrieden, wenn komplizierte Dinge so sehr vereinfacht wurden, dass sie jedes Kind versteht.
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