Auslandsurlaub: Diese 7 Zollbestimmungen müssen Sie kennen

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Die Urlaubszeit ist für viele die schönste Zeit des Jahres. Ein Traumstrand in der Karibik, eine Kreuzfahrt über den Atlantik oder ein Kultururlaub in China – jeder hat da seine eigenen Vorstellungen. Eines haben alle diese Urlaubsreisen aber gemeinsam: Urlauber müssen in der Regel durch den Zoll und die Zollbestimmungen beachten.


Deutschland ist das beliebteste Urlaubsziel der Deutschen. Etwa ein Drittel bleibt – laut www.welt.de – im eigenen Land. Zollbestimmungen sind dann natürlich nicht zu beachten. Wenn Sie aber zu den anderen 66 % gehören, die im Ausland Urlaub machen, sollten Sie diese 7 Regeln kennen.

1. Zollbestimmungen für Bargeld

Eine zu gut gefüllte Urlaubskasse kann bei einer Reise in Drittländer Probleme bereiten. Denn jede Person darf nur maximal 10.000 Euro aus Deutschland ausführen.

Wenn es mehr ist, weil Sie z. B. im Urlaub ein Auto kaufen wollen, müssen Sie das vorher beim Zoll anmelden.
Wenn Sie innerhalb der EU verreisen, brauchen Sie auch größere Mengen Bargeld nicht anzumelden. Werden Sie vom Zoll allerdings befragt, müssen Sie angeben, wie viel Geld Sie dabei haben.

2. Ein- und Ausfuhr von Waren und Gegenständen

Nicht alle Waren dürfen Sie ein- und ausführen. Jedes Land hat da seine eigenen Beschränkungen. Bestimmte Waren dürfen Sie nur ein- und ausführen, wenn Sie diese vorher angemeldet haben. Für andere besteht sogar ein Ein- und Ausfuhrverbot. Selbst Ihr Reiseproviant kann zum Problem werden. Denn gerade tierische Produkte dürfen nicht in alle Länder einfach so eingeführt werden. Erkundigen Sie sich vorher, welche Produkte Sie einführen dürfen, und welche angemeldet werden müssen.

Was Sie aus Ihrem Urlaub mitbringen dürfen, können Sie mit der App des Bundesministeriums für Finanzen ganz einfach selbst herausfinden: Diese gibt es für iOS und Android.

3. Warenwerte beachten

Wenn Sie Waren aus dem Drittland mitbringen, sollten Sie Wertgrenzen beachten. Denn wenn Sie zu viel im Ausland eingekauft haben, müssen Sie Zoll zahlen. Für Personen ab 15 Jahren gilt eine Freimenge von 430 Euro und für unter 15-Jährige 175 Euro.

Tipp: Heben Sie immer die Quittungen auf, wenn Sie etwas im Urlaubsland eingekauft haben. Der Zoll wird sich diese nämlich zeigen lassen. Wenn Sie keine haben, schätzt der Zoll und das kann dann teuer werden.

Innerhalb der EU gilt diese Beschränkung übrigens nicht. Sie können aus Ihrem Urlaub so viel mitbringen, wie sie wollen.

4. Tabak und Alkohol

Für Tabak und Alkohol gelten eigene Regeln. Mehr als 200 Zigaretten dürfen Sie nicht aus einem Drittland nach Deutschland einführen. Wenn es doch mehr sind, müssen Sie Ihre Zigaretten anmelden und es wird eine Steuer erhoben.

In anderen Ländern sind die Grenzen andere. Erkundigen Sie sich unbedingt vorher, wie viel Zigaretten Sie mit in den Urlaub nehmen dürfen.
Bei Alkohol sieht es ganz ähnlich aus. Je nachdem, wie hoch der Alkoholgehalt ist, dürfen Sie nur eine beschränkte Menge mitnehmen. In Deutschland dürfen Sie maximal pro Person einen Liter Alkohol aus dem Drittland einführen, wenn der Alkoholgehalt über 22 % liegt.

Innerhalb der EU sind andere Mengen möglich: Auf der Seite des Zolls können Sie nachlesen, welche Mengen Sie mitbringen dürfen.

5. Gewerbetreibende

Wie heißt es immer – Selbständige haben keinen Urlaub. Das stimmt zwar nicht, oft wird aber der Urlaub auch dafür genutzt, um neue Produkte für das eigene Geschäft zu entdecken. Wenn Sie Waren und Proben für Ihr Unternehmen mitbringen, müssen Sie diese anmelden und eventuell auch versteuern.

6. Grüner oder roter Ausgang

In Deutschland gibt es an Flughäfen den grünen und den roten Ausgang. Wenn Sie den grünen nehmen, bedeutet das, Sie haben nichts beim Zoll anzumelden. Stichprobenartig kontrolliert der Zoll Personen, die durch den grünen Eingang gehen. Findet der Zoll dann Gegenstände oder Bargeld, welches angemeldet werden muss, wird es richtig teuer. Sogar ein Strafverfahren droht.

Tipp: Sind Sie sich nicht sicher, ob Sie etwas anmelden müssen, nehmen Sie den roten Ausgang. Der Zoll wird Sie dann kontrollieren.

7. Verbotene Gegenstände

Dass Sie keine Drogen mitnehmen dürfen, ist eigentlich klar. Denn werden Sie mit Drogen erwischt, kann das nicht nur einfach teuer werden, es droht sogar Haft. Manche Länder verhängen sogar die Todesstrafe.

Tipp: Achten Sie auf Ihr Gepäck. Denn es kann vorkommen, dass Ihnen Drogen untergeschoben werden und Sie unbeabsichtigt zum Schmuggler werden.

Auch für andere Gegenstände können Sie hohe Strafen bekommen, wenn Sie diese mit in das Land bringen oder ausführen wollen. Nehmen Sie z. B. aus der Türkei einen einfachen Stein mit, droht Haft. Denn die Türkei hat schon häufiger Personen verhaftet und ihnen vorgeworfen, es handle sich um antike Steine.

Erkundigen Sie sich immer vorher explizit für Ihr Urlaubsland, welche Regeln, Gesetze und Zollbestimmungen dort gelten.

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Andreas Reichert

Steuerberater und Vorstand bei felix1.de
Als ehemaliger Softwareentwickler verbinde ich Steuerrecht, IT und Projektmanagement. Ich bin erst zufrieden, wenn komplizierte Dinge so sehr vereinfacht wurden, dass sie jedes Kind versteht.
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