9 Tipps für Arbeitgeber: So motivieren Sie Ihre Mitarbeiter mit steuerfreien Extras

Steuerfreie-Extras-MitarbeitermotivationWollen Sie als Arbeitgeber die guten Leistungen Ihrer Mitarbeiter anerkennen und höhere Gehälter zahlen? Dann seien Sie als Chef doch mal etwas kreativer. Denn im deutschen Steuerrecht verstecken sich ganz viele Möglichkeiten, den Mitarbeitern etwas Gutes zu tun – und das oft auch noch steuer- und sozialabgabenfrei.

Gehaltserhöhung klingt gut und kein Arbeitnehmer würde sich ihr verweigern. Die Enttäuschung folgt mit der nächsten Gehaltsabrechnung. Von einer Gehaltserhöhung bleibt nach Abzug von Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen normalerweise nicht viel übrig. Aus dem erhofften großen Plus wird ganz oft nur ein sehr kleines.

Doch das muss nicht sein. Hier ein paar Beispiele, wie Sie Ihre Mitarbeiter mit steuerfreien Extras belohnen können:

Tipp 1: Keine Steuer auf Kinderbetreuungskosten

Arbeitnehmern, deren Kinder noch nicht schulpflichtig sind, können Sie einen Zuschuss zu den Kinderbetreuungskosten zahlen oder sämtliche Betreuungskosten übernehmen, die für den Kindergarten, die Kita oder die Tagesmutter anfallen. Diese Leistung ist steuer- und sozialversicherungsfrei.

Die Eltern werden es Ihnen danken, denn für eine gute und verlässliche Ganztagsbetreuung kommen pro Monat oft mehrere hundert Euro zusammen.

Tipp 2: Gutscheine in verschiedensten Varianten

Im Gegensatz zum normalen Arbeitslohn sind Sachleistungen steuerlich begünstigt – zwar nur in begrenztem Umfang, aber immerhin. So gibt es zum Beispiel die Möglichkeit, Tankgutscheine, Einkaufsgutscheine oder Warengutscheine für insgesamt bis zu 44 Euro monatlich pro Arbeitnehmer zu verteilen. Im Jahr sind das immerhin 528 Euro, die Sie Ihren Mitarbeitern steuerfrei zukommen lassen können.

44 Euro reichen zwar nicht mehr bei jedem Auto für eine komplette Tankfüllung. Den Arbeitnehmer wird es trotzdem freuen, wenn er einmal im Monat für fast umsonst tanken kann. Und dass es den Arbeitnehmern gefallen wird, einmal im Monat auf Ihre Kosten einkaufen zu gehen, versteht sich von selbst.

Tipp 3: Günstiges Essen für 3,10 Euro

Der Mensch lebt nicht von Luft allein. Deshalb bietet es sich unbedingt an, die Angestellten mittags zu verköstigen. Denn ein kostenloses Essen wird mit 3,10 Euro bewertet und nur dieser Betrag versteuert (auch wenn das Essen tatsächlich mehr wert sein sollte).

Zahlt Ihr Arbeitnehmer in Ihrer hauseigenen Kantine 3,10 Euro zu einem Essen dazu, muss nichts versteuert werden. Er bekommt in diesem Fall ein Mittagessen für 3,10 Euro – und das steuer- und sozialversicherungsfrei.

Tipp 4: Steuerfrei mit Jobtickets zur Arbeit fahren

Ist Ihr Unternehmen gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen, gönnen Sie Ihren Arbeitnehmern doch ein Jobticket. Dieses ist bis zu 44 Euro im Monat steuerfrei.

Voraussetzung ist hier allerdings, dass der Fahrpreis monatlich fällig wird, also zum Beispiel Monatskarten ausgegeben werden oder die Fahrkarte monatlich freigeschaltet wird. Eine Jahreskarte, deren Kaufpreis einmal jährlich komplett beglichen wird, ist zwar praktisch und weniger aufwendig, aber leider auch schädlich für den Steuervorteil. Denn die 44 Euro können nur einmal im Monat in Anspruch genommen werden. Eine Hochrechnung auf einen Jahresbetrag ist nicht erlaubt.

Beispiel: Der Preis eines monatlichen Jobtickets liegt bei 40 Euro pro Monat. Der Arbeitgeber übernimmt diese Kosten. Da das Jobticket weniger als 44 Euro monatlich kostet, ist diese Leistung des Arbeitgebers steuerfrei.

Beispiel: Der Preis eines Jahrestickets liegt bei 420 Euro. Dieser Betrag wird einmal jährlich im Januar fällig. Auch wenn das Ticket auf den Monat gerechnet nur 35 Euro kostet, kann der Arbeitgeber den Jahresbetrag nicht steuerfrei übernehmen. Denn die 44-Euro-Grenze wird im Januar deutlich überschritten.

Achtung: Sachleistungen, Tank-, Waren- und Einkaufsgutscheine zählen bei der 44-Euro-Grenze mit. Hier sollten Sie sich also genau überlegen, was Sie Ihren Arbeitnehmern zukommen lassen wollen.

Tipp 5: Wenn Personalrabatte auf das eigene Sortiment gewährt werden

Waren, die Ihr Unternehmen selbst herstellt oder anbietet, dürfen Sie Ihren Arbeitnehmern verbilligt verkaufen oder sogar kostenlos überlassen. Als steuerliches Bonbon sind diese nach Abzug eines Abschlags von 4% errechneten Personalrabatte jährlich bis zu 1.080 Euro steuerfrei.

Beispiel: Herr Anton betreibt ein Sportgeschäft. Seine Angestellten dürfen dort einkaufen und erhalten 50 % Rabatt auf den Verkaufspreis im Geschäft. Frau Kleinert nutzt dies für die Anschaffung einer neuen Skiausrüstung. Diese hätte insgesamt 1.150 Euro gekostet, sie zahlt nur 575 Euro. Muss Frau Kleinert diesen Vorteil versteuern?

Endpreis1.150 Euro
Geldwert1.104 Euro
abzüglich 4 % Abschlag46 Euro
abzüglich gezahlter Kaufpreis575 Euro
abzüglich Rabattfreibetrag1.080 Euro
zu versteuern0 Euro

Frau Kleinert muss hier wegen des Rabattfreibetrags nichts versteuern.

Tipp 6: Digital steuerfrei unterwegs mit Smartphone, Tablet oder Laptop

Möchten Sie Ihre Mitarbeiter auch erreichen können, wenn diese unterwegs sind, zum Beispiel auf einer Dienstreise oder bei einem Einsatz beim Kunden? Dann spendieren Sie ihnen doch ein schönes neues Smartphone. Dieses darf dann auch – steuerfrei – privat genutzt werden

Und das geht so: Sie als Arbeitgeber schaffen die Geräte an und überlassen sie den Arbeitnehmern leihweise zur Nutzung. Natürlich übernehmen Sie auch die laufenden Gebühren (auch dies ist nämlich steuerfrei möglich).

Entsprechendes gilt für Tablets und Laptops, mit denen Ihre Mitarbeiter unterwegs oder von zu Hause aus arbeiten sollen.

Tipp 7: Steuerfreie Geschenke zu besonderen Anlässen

Jeder freut sich über Aufmerksamkeiten, sei es zum Geburtstag, zur Geburt eines Kindes, zur Hochzeit oder zu einem anderen persönlichen Ereignis. Da machen Ihre Arbeitnehmer keine Ausnahme. Und auch Sie als Arbeitgeber können sich freuen. Denn Blumen, Bücher, CDs, Wein, ein Fresskorb und andere Geschenke sind steuerfrei, wenn sie nicht mehr als 60 Euro (inklusive Umsatzsteuer) kosten

Geld sollten Sie allerdings nicht verschenken, denn Geldgeschenke sind steuerpflichtiger Arbeitslohn. Wenn Sie mehr über die steuerliche Absetzbarkeit von Geschenken wissen möchten, lesen Sie unseren Artikel „Nicht nur beim Valentinstag – So können Sie Geschenke steuerlich absetzen“.

Tipp 8: Steuerfrei, wenn es etwas zu feiern gibt

Man sollte Feste feiern, wie sie fallen. Also belohnen Sie Ihre Arbeitnehmer doch demnächst mit einer Betriebsveranstaltung, zum Beispiel mit einer Weihnachtsfeier oder einem gemeinsamen Kochkurs mit Weinprobe. Hier sind pro Arbeitnehmer 110 Euro steuer- und sozialversicherungsfrei – und das sogar zweimal im Jahr  Lesen Sie zur Absetzbarkeit der Weihnachtsfeier auch unseren Artikel „Betriebliche Weihnachtsfeier 2015: So machen Sie steuerlich alles richtig“.

Tipp 9: Gesunde Mitarbeiter sind gute Mitarbeiter

Sorgen Sie in Ihrem eigenen Interesse dafür, dass Ihre Mitarbeiter gesund sind und bleiben. Als Anreiz gewährt der Gesetzgeber einen steuerlichen Freibetrag von 500 Euro. Dieser gilt pro Arbeitnehmer und Jahr und für Leistungen zur Verbesserung des allgemeinen Gesundheitszustands und der betrieblichen Gesundheitsförderung

Dazu gehören zum Beispiel Raucherentwöhnungen, Rückenschule, Yoga- und Entspannungskurse, Ernährungsberatung und noch vieles mehr.

Wichtig: Ein Zuschuss zu einer Mitgliedschaft in einem Sportverein oder einem Fitnessstudio ist steuerlich nicht begünstigt.

Jetzt sind Sie am Zug!

Und sollten Sie noch zögern und über Sinn und Zweck von Geschenken, Tankgutscheinen und Yogakursen grübeln, denken Sie bitte daran: Es gibt nichts Wichtigeres für Ihr Unternehmen als motivierte Mitarbeiter.

Andreas Reichert

Andreas Reichert

Steuerberater und Vorstand bei felix1.de
Als ehemaliger Softwareentwickler verbinde ich Steuerrecht, IT und Projektmanagement. Ich bin erst zufrieden, wenn komplizierte Dinge so sehr vereinfacht wurden, dass sie jedes Kind versteht.
Andreas Reichert
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Als ehemaliger Softwareentwickler verbinde ich Steuerrecht, IT und Projektmanagement. Ich bin erst zufrieden, wenn komplizierte Dinge so sehr vereinfacht wurden, dass sie jedes Kind versteht.

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