5 häufige Steuerfehler von Gastronomen

5 typische Steuerfehler von Gastronomen

Die Gastronomie ist ein hart umkämpftes Geschäft. Nur wer richtig kalkuliert, kann sich gegen die starke Konkurrenz durchsetzen. Einige Fehler können richtig viel Steuern kosten. Für manch einen Gastronomen bedeutet dies das Aus. felix1.de klärt auf, welches die häufigsten Steuerfehler von Gastronomen sind.

1. Steuerfehler: Mitarbeiter nicht pünktlich anmelden

Einfach mal einen Freund oder ein Familienmitglied anrufen mit der Bitte, kurz in der Gaststätte auszuhelfen, weil der eigene Mitarbeiter sich krankgemeldet hat. Das geht nicht so einfach. Gastronomen müssen nämlich alle Mitarbeiter immer sofort anmelden, da hier – anders als in anderen Branchen – die Sofortmeldepflicht besteht. Wird ein Mitarbeiter vom Zoll angetroffen, der nicht angemeldet ist, droht eine Strafe von bis zu 25.000 Euro. Das gilt auch bei Aushilfen, wenn diese kostenlos arbeiten.

Die Sofortmeldung kann unkompliziert per Internet durchgeführt werden. Dafür muss sich jeder Arbeitgeber registrieren.

Tipp: Für die Registrierung benötigen Sie eine Betriebsnummer. Beantragen Sie diese bei der Bundesagentur für Arbeit vorsorglich.

2. Steuerfehler: Sachentnahmen nicht versteuert

Dass ein Gastronom in seiner eigenen Gaststätte auch mal etwas isst, weiß auch das Finanzamt.  Deshalb muss jeder Gastronom diese Sachentnahme versteuern. Dafür hat das Finanzministerium Sachbezugswerte festgelegt. Der Sachbezugswert liegt 2016 bei 3.380 Euro pro Jahr, wenn warme und kalte Speisen angeboten werden. Dieser Betrag darf auch nicht vom Gastronomen heruntergesetzt werden, wenn er nur sehr selten in seiner eigenen Gaststätte etwas isst.

Nur wenn der Gastronom genau aufschreibt, was er gegessen und getrunken hat, kann er den tatsächlichen Wert als Privatentnahme angeben.

3. Steuerfehler: falsche Umsatzsteuersätze berechnet

Ziemlich kompliziert sind die Umsatzsteuersätze. Gastronomen müssen sich mit zwei verschiedenen herumschlagen. Alle Speisen und Getränke, die in der Gaststätte konsumiert werden, müssen mit 19 % versteuert werden. Nimmt der Gast aber Speisen und Getränke mit oder besteht ein Lieferservice, kommen beide Steuersätze zur Anwendung. Denn eigentlich sind Lieferungen von Lebensmitteln steuerbegünstigt und werden mit nur 7 % besteuert. Einzelne Lebensmittel werden wiederum mit 19 % besteuert, und das gilt auch bei Außerhauslieferungen.

4. Steuerfehler: kein Schwundbuch geführt

Ein typischer Steuerfehler von Gastronomen ist es, kein Schwundbuch zu führen. Kein Gastronom sollte darauf verzichten. In das Schwundbuch werden alle Lebensmittel eingetragen, die nicht mehr verkauft werden können, weil sie z. B. verdorben sind.
Bei einer Betriebsprüfung kann so der Gastronom nachweisen, dass er bestimmte Speisen nicht verkauft hat. Der Betriebsprüfer unterstellt nämlich schnell, dass die eingekauften Waren nicht mit den verkauften Waren übereinstimmen. Dann schätzt er die Betriebseinnahmen und es sind Steuern nachzuzahlen.

5. Steuerfehler: elektronische Kasse

Least but not least: Die typischen Steuerfehler von Gastronomen betreffen auch die elektronische Kasse. Hier lauert eine ganz neue Gefahr. Welche Maßnahmen Gastronomen jetzt ergreifen müssen, lesen Sie in unserem Blogartikel 5 (von vielen) Todsünden bei der Kassenführung.

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Steuerberater Als ehemaliger Softwareentwickler verbinde ich Steuerrecht, IT und Projektmanagement. Ich bin erst zufrieden, wenn komplizierte Dinge so sehr vereinfacht wurden, dass sie jedes Kind versteht.