5 Fälle, in denen der Winterdienst steuerlich absetzbar ist!

Winterdienst steuerlich absetzbarDer Winter ist da. Und mit ihm Schnee und Eis auf Gehwegen und Einfahrten. Wer nicht selber zur Schneeschaufel greifen will, kann einen entsprechenden Dienstleister beauftragen, der dafür sorgt, dass niemand ausrutscht. Ein weiterer Vorteil: Die Kosten für den Winterdienst sind steuerlich absetzbar.

In den allermeisten Kommunen gibt es ausführliche Regeln rund um den Winterdienst. Wer wann wie oft Schnee räumen oder Sand oder Kies streuen muss, ist genau festgelegt. Für den Winterdienst ist grundsätzlich der Haus- bzw. Grundstückseigentümer verantwortlich. Das heißt aber nicht, dass er sich selbst darum kümmern muss. Er kann die Pflicht zum Winterdienst z.B. auf seinen Mieter übertragen oder einen Dienstleister damit beauftragen. Je nachdem, wer die Arbeiten ausführt bzw. ausführen lässt und die Kosten trägt, ergeben sich steuerlich unterschiedliche Konsequenzen.

Im Folgenden lesen Sie 5 Fälle, in denen der Winterdienst steuerlich absetzbar ist!

1. Fall: Der Eigentümer eines von ihm bewohnten Hauses…

  • kümmert sich selbst um den Winterdienst: Die Kosten für die Schneeschaufel, den Sand und den Kies zum Streuen sind steuerlich nicht abzugsfähig.
  • beauftragt einen Dienstleister, der den Schnee räumt und bei Bedarf streut: Da der Eigentümer die Rechnung bezahlt, ist für ihn der Winterdienst steuerlich absetzbar, und zwar als haushaltsnahe Dienstleistung.

2. Fall: Der Eigentümer eines Hauses hat den Winterdienst auf seinen Mieter übertragen. Dieser …

  • kümmert sich selbst um den Winterdienst: Wie beim Eigentümer sind auch hier die Kosten für die Schneeschaufel, den Sand und den Kies zum Streuen steuerlich nicht abzugsfähig.
  • beauftragt einen Dienstleister, der den Schnee räumt und bei Bedarf streut: Da der Mieter die Rechnung bezahlt, ist für ihn der Winterdienst steuerlich absetzbar, und zwar als haushaltsnahe Dienstleistung.

3. Fall: In einem vermieteten Mehrfamilienhaus zahlen die Mieter mit ihren monatlichen Nebenkosten einen Abschlag für den Winterdienst…

Dieser wird von einem Dienstleister durchgeführt. Da die Mieter die Kosten tragen, ist für sie der Winterdienst steuerlich absetzbar, und zwar als haushaltsnahe Dienstleistung. Sie haben zwei Möglichkeiten:

  • Die Mieter machen in der Steuererklärung die geleisteten Vorauszahlungen geltend. In diesem Fall erlässt das Finanzamt den Steuerbescheid in diesem Punkt als vorläufig, damit später die tatsächlichen Kosten berücksichtigt werden können.
  • Die Mieter warten die Jahresabrechnung der Nebenkosten ab und machen die Kosten für den Winterdienst erst dann geltend, wenn der genaue Betrag feststeht.

4. Fall: Eine Wohnungseigentümergemeinschaft beauftragt einen Dienstleister mit der Durchführung des Winterdienstes …

… und teilt die Kosten unter den Wohnungseigentümern auf. Da die Wohnungseigentümer die Rechnung bezahlen, ist für sie der Winterdienst steuerlich absetzbar, und zwar als haushaltsnahe Dienstleistung.
Ein Wohnungseigentümer darf seinen Anteil der Kosten entsprechend der Jahresabrechnung bzw. der Bescheinigung des Verwalters geltend machen.

Anmerkungen zu Fall 1 bis 4:

Der Winterdienst gehört auch dann zu den haushaltsnahen Dienstleistungen, wenn er nicht direkt auf dem „eigenen“ Grundstück stattfindet. Das Räumen und Streuen der kommunalen Gehwege vor dem Haus, der Einfahrten und von Haltestellen, die sich direkt vor der Haustür befinden, ist also ebenfalls steuerlich begünstigt. Der Dienstleister muss Arbeiten auf Privatgrund und auf öffentlichem Grund nicht separat abrechnen. Dem hat der BFH zum Glück einen Riegel vorgeschoben. Die beispielhafte Aufzählung des BMF (Schreiben vom 10.1.2014) ist diesbezüglich nicht auf dem neuesten Stand.

Von den Kosten des Winterdienstes sind 20% steuerlich absetzbar, maximal 4.000 Euro im Jahr. Begünstigt sind allerdings nur die Arbeitskosten, nicht das Streumaterial.

Achtung: Lassen Sie sich unbedingt eine Rechnung geben und überweisen Sie den entsprechenden Betrag. Bei Barzahlung geht die Steuerermäßigung verloren.

5. Fall: Der Eigentümer eines Hauses hat den Winterdienst nicht auf seinen Mieter übertragen, sondern…

  • kümmert sich selbst um den Winterdienst: Die Kosten für die Schneeschaufel, den Sand und den Kies zum Streuen sind in diesem Fall steuerlich abzugsfähig. Denn hier handelt es sich um Werbungskosten bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung.
  • beauftragt auf seine Kosten einen Dienstleister, der den Schnee räumt und bei Bedarf streut: Die in Rechnung gestellte Arbeitszeit und auch die Streumaterialien können hier vom Eigentümer steuerlich geltend gemacht werden, und zwar als Werbungskosten bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung.

Anmerkung: Der Abzug als Werbungskosten ist in diesem Fall vorrangig vor der Steuerermäßigung für eine haushaltsnahe Dienstleistung.

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Andreas Reichert

Steuerberater und Vorstand bei felix1.de
Als ehemaliger Softwareentwickler verbinde ich Steuerrecht, IT und Projektmanagement. Ich bin erst zufrieden, wenn komplizierte Dinge so sehr vereinfacht wurden, dass sie jedes Kind versteht.
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