5 beliebte Fehler bei der Steuererklärung [Infografik]

Fehler bei der Steuererklärung

Die freiwillige Abgabe der Steuererklärung lohnt sich für viele, denn oft winkt eine Steuererstattung. Wie hoch diese ausfällt, hängt auch davon ab, ob Fehler bei der Steuererklärung gemacht wurden. felix1.de geht auf die häufigsten Fehler bei der Steuererklärung ein.

Infografik – Fehler bei der Steuererklärung

Die folgende Infografik fasst die typischen Fehler bei der Steuererklärung anschaulich zusammen! Darunter erläutern wir die einzelnen Punkte nochmal im Detail.

Infografik-5-beliebte-Fehler-bei-der-Steuererklaerung

Fehler 1: Belege nicht ordentlich sammeln

Mittlerweile müssen mit der Steuererklärung fast gar keine Belege mehr eingereicht werden. Das Finanzamt erkennt die Ausgaben auch so an. Allerdings kann das Finanzamt verlangen, dass Sie einzelne Belege vorlegen. Deshalb ist es wichtig, dass Sie sie immer griffbereit haben.

Besonders beschwerlich ist es, wenn für die Steuererklärung alle Briefe, Quittungen und Rechnungen des Vorjahres erst einmal durchgesehen werden müssen. Schnell gehen gerade kleine Ausgaben unter. Sortieren Sie Ihre Belege deshalb bereits über das Jahr hinweg. Achten Sie auch auf kleine Ausgaben. Denn auch Kleinvieh macht Mist.

Achtung Autofahrer: Fahren Sie mit Ihrem eigenen Auto große Entfernungen zur Arbeit, heben Sie Tankbelege und Werkstattrechnungen auf. Das Finanzamt möchte manchmal nachgewiesen haben, dass Sie auch tatsächlich mit dem Auto und nicht mit dem günstigeren Zug gefahren sind.

Fehler 2: Einzelveranlagung statt Zusammenveranlagung wählen

Verheiratete können die günstigere Zusammenveranlagung wählen. Das müssen Sie aber auch mit der Einkommensteuererklärung beantragen. Das Finanzamt prüft nämlich nicht, was für Sie günstiger ist. Geben Sie deshalb im Formular an, ob Sie zusammen oder einzeln veranlagen möchten.

Übrigens: Wenn Sie die Zusammenveranlagung wählen, können Sie auch einen Antrag auf Steueraufteilung stellen. Dann wird jedem Ehepartner sein Anteil der Steuererstattung ausgezahlt. Ansonsten bekommt einer der beiden Ehepartner den gesamten Betrag auf das Konto überwiesen.

Achtung: Nicht in jedem Fall ist die Zusammenveranlagung günstiger als die Einzelveranlagung! Erhält ein Ehepartner z. B. Krankengeld, kann die Zusammenveranlagung teurer werden. Prüfen Sie deshalb genau, welche Veranlagungsart in so einem Fall für Sie die bessere ist.

Bei der Einzelveranlagung gibt jeder Ehepartner eine eigene Steuererklärung ab. Das bedeutet auch, dass jeder Ehepartner nur seine eigenen Einnahmen und Ausgaben angeben kann. Das Finanzamt stellt dann zwei Steuerbescheide aus. Auf Antrag ist es aber möglich, dass z. B. Sonderausgaben und außergewöhnliche Belastungen, die nur ein Ehepartner hatte, zur Hälfte auf den anderen übertragen werden. Wenn Sie diese Variante wählen, dann stellen Sie einen Antrag auf Einzelveranlagung Ehegatten mit Antrag auf hälftige Verteilung der entsprechenden Ausgaben.

++ Rechenbeispiel: So positiv kann sich die hälftige Aufteilung auswirken ++
Der Ehemann war arbeitslos und hat sich selbständig gemacht. Er erzielte daraus Einkünfte in Höhe von 2.000 Euro. Außerdem hat er 25.000 Euro Arbeitslosengeld erhalten. Sonderausgaben hatte er i.H.v. 4.000 Euro. Die Ehefrau hatte Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit von 30.000 Euro.

Die Zusammenveranlagung ist sehr ungünstig, weil das Arbeitslosengeld zu einer Steuernachzahlung führen würde. Wird die Einzelveranlagung gewählt, wirken sich die Sonderausgaben des Ehemanns nur zu 2.000 Euro aus. Die restlichen 2.000 Euro gehen verloren.

Wird die Einzelveranlagung mit hälftiger Aufteilung der Sonderausgaben gewählt, kann der Ehemann die Hälfte der Sonderausgaben (2.000 Euro) abziehen. Die Ehefrau übernimmt die restlichen 2.000 Euro in ihre Steuererklärung.

Fehler 3: Aufzeichnungen über dienstliche Fahrten nicht ordentlich führen

Dienstreisen können Sie von der Steuer absetzen. Das gilt auch für die Fahrtkosten zwischen Ihrer Wohnung und Ihrem Arbeitsplatz. Haben Sie eine feste Arbeitsstätte, ist es natürlich recht einfach: Sie müssen nur wissen, wie oft Sie zum Arbeitsplatz gefahren sind. Haben Sie aber keine feste Arbeitsstätte, müssen Sie auch wissen, wann Sie wo genau waren. Haben Sie darüber keine Aufzeichnungen geführt, wird es nicht mehr möglich sein, im Nachhinein herauszubekommen wo und wie lange Sie dort waren.

Übrigens: Wer wechselnde Arbeitsstätten hat, kann auch noch zusätzlich zu den Reisekosten für die Hin- und Rückfahrt Verpflegungsmehraufwendungen geltend machen.

Fehler 4: Kapitaleinkünfte nicht angeben

Ihre Kapitaleinkünfte müssen Sie fast nie in Ihre Steuererklärung eintragen. Denn diese werden durch die Abgeltungsteuer besteuert und damit gilt – wie der Name schon sagt – die Steuer als abgegolten. Sie sollten trotzdem nicht darauf verzichten, diese anzugeben. Das Finanzamt wird nämlich prüfen, ob es eventuell doch günstiger ist, die Kapitaleinkünfte in Ihrer Steuererklärung zu besteuern. Immer wenn Ihr persönlicher Steuersatz niedriger ist als 25 %, erhalten Sie eine Steuererstattung über diese Kapitaleinkünfte.

Auch wenn Ihr persönlicher Steuersatz über 25 % liegt, Sie aber keinen Freistellungsantrag bei Ihrer Bank eingereicht haben, sollten Sie die Kapitaleinkünfte angeben. Dann können Sie nämlich auch mit einer Steuererstattung rechnen.

Achtung: Nicht alle Kapitaleinkünfte unterliegen der Abgeltungsteuer. Haben Sie z. B. privat einen Kredit vergeben oder ihr Geld im Ausland angelegt, müssen Sie diese Kapitaleinkünfte auf jeden Fall in Ihrer Steuererklärung mit angeben und nachversteuern.

Fehler 5: Positionen in der Steuererklärung vergessen oder nicht gewusst

Die Steuererklärung besteht aus mehreren Formularen. Haben Sie viele verschiedene Einkünfte und Ausgaben, kann Ihre Steuererklärung sehr umfangreich werden. Allerdings ist es gar nicht so einfach zu wissen, welche Einnahmen und Ausgaben in die Steuererklärung gehören. Achten Sie auch darauf, dass Sie die Angaben in die richtigen Felder eintragen. Verwechseln Sie die Felder, werden eventuell Ihre Ausgaben nicht vollständig berücksichtigt.

Am sichersten ist natürlich, Sie beauftragen einen Steuerberater, um Fehler in bei Steuererklärung zu vermeiden. Der weiß nämlich ganz genau, welche Angaben gemacht werden müssen und weist Sie auch darauf hin, welche Ausgaben Sie zusätzlich angeben können.

Tipp: Prüfen Sie Ihren Steuerbescheid immer ganz genau. Denn etwa jeder siebte Steuerbescheid wird angefochten. Das bedeutet zwar nicht, dass die Fehler immer zu Ihrem Nachteil ausfallen, aber genau das müssen Sie prüfen. Finden Sie in Ihrem Steuerbescheid Fehler zu Ihren Ungunsten, legen Sie dagegen Einspruch ein. Hat das Finanzamt Fehler zu Ihren Gunsten gemacht, brauchen sie gar nichts tun. Sie sind nicht verpflichtet, dem Finanzamt bei der Fehlersuche zu helfen.

Wie Sie einen Bescheid richtig prüfen, erfahren Sie in unseren Blog-Beitrag Tipp: So können Sie Ihren Steuerbescheid prüfen!

Jetzt, wo Sie wissen, worauf es ankommt, werden Ihnen diese Fehler bei der Steuererklärung nicht mehr passieren, oder? Bleiben Sie auf dem Laufenden und tragen Sie sich gern in unseren Newsletter ein (rote Box rechts oben auf dieser Seite).

 

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Andreas Reichert

Steuerberater und Vorstand bei felix1.de
Als ehemaliger Softwareentwickler verbinde ich Steuerrecht, IT und Projektmanagement. Ich bin erst zufrieden, wenn komplizierte Dinge so sehr vereinfacht wurden, dass sie jedes Kind versteht.
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