Achtung: Bis zum 10.02.16 Dauerfristverlängerung beantragen

DauerfristverlängerungJeder Unternehmer kennt es: Schon wieder ist ein Monat vergangen und die Buchführung muss innerhalb von 10 Tagen fertig werden. Denn dann muss die Umsatzsteuer-Voranmeldung beim Finanzamt sein. Von felix1.de erfahren Sie, wie Sie eine Dauerfristverlängerung beantragen.

Die Umsatzsteuer-Voranmeldung sorgt in vielen Unternehmen regelmäßig für Stress. Der kurze Zeitraum von nur 10 Tagen reicht oft nicht aus. Erst müssen Belege sortiert, danach auch noch gebucht werden. Das Ganze natürlich neben dem normalen Geschäftsbetrieb. Die Lösung: Beantragen Sie eine Dauerfristverlängerung.

Dauerfristverlängerung beantragen – so geht´s

Wenn Sie eine Dauerfristverlängerung beantragen, haben Sie für die Abgabe der Umsatzsteuer-Voranmeldung einen Monat mehr Zeit. Das bedeutet die Voranmeldung muss erst zum 10. des übernächsten Monats abgegeben werden. Beispiel: Wird der Antrag bewilligt, muss die Umsatzsteuer-Voranmeldung für Januar bei monatlicher Anmeldung erst am 10.3. eingereicht werden. Auch die Zahlung der Umsatzsteuer muss somit erst einen Monat später beim Finanzamt eingehen.

Den Antrag stellen Sie elektronisch über ELSTER oder oft auch direkt über die Buchführungssoftware.

Der Antrag ist einfach auszufüllen. Sie geben die gesamte vorausbezahlte Umsatzsteuer des Vorjahres an. Außerdem müssen Monatszahler die Sondervorauszahlung berechnen und eintragen.

Dauerfristverlängerung beantragen: Die Zeit rennt für Monatszahler

Wenn Sie die Dauerfristverlängerung ab Januar 2016 nutzen wollen, müssen Sie den Antrag bis zum 10.02.16 einreichen. Quartalszahler haben sogar bis zum 10.04.2016 Zeit.

Die Frist für die den Antrag richtet sich nämlich danach, ob Sie Ihre Umsatzsteuer-Voranmeldung monatlich oder quartalsweise abgeben:

Lag die Steuerschuld des vorangegangenen Kalenderjahres über 7.500,00 €, muss die Umsatzsteuer-Voranmeldung monatlich angegeben werden. Beispiel: die Voranmeldung für den Monat Januar muss am 10. Februar beim Finanzamt sein.

Wenn die Steuerschuld 7.500,00 € oder weniger beträgt, muss die Umsatzsteuer-Voranmeldung nur jedes Kalendervierteljahr eingereicht werden. Beispiel: Für Januar, Februar und März muss die Voranmeldung am 10. April eingereicht werden.

Die Fristen für die Abgabe der Umsatzsteuer-Voranmeldung für das Jahr 2016 finden Sie hier.

So hoch ist die Sondervorauszahlung

Wurde der Antrag bewilligt, ist eine Sondervorauszahlung fällig. Sie beträgt 1/11 der im Vorjahr gezahlten Umsatzsteuer-Vorauszahlung. Dieser Betrag muss bis zum 10.02.16 beim Finanzamt eingezahlt werden. Übrigens: Wenn Sie den Betrag überweisen, muss diese Zahlung erst 3 Tage später auf dem Konto des Finanzamtes eingehen.

Durch die Sondervorauszahlung haben Sie weder einen steuerlichen Vor- noch einen Nachteil. Denn sie wird am Jahresende mit der Umsatzsteuervoranmeldung für den Dezember (Anmeldung bis zum 10.02.2017) verrechnet.

Finanzamt kann Antrag ablehnen

Wenn Sie eine Dauerfristverlängerung beantragen, stimmt das Finanzamt dem Antrag in der Regel problemlos zu. Wenn Sie es in der Vergangenheit häufiger nicht geschafft haben Ihre Umsatzsteuer-Voranmeldung pünktlich abzugeben, wird der Antrag abgelehnt. Der Antrag wird ebenfalls abgelehnt, wenn Sie die Umsatzsteuer-Vorauszahlung nicht immer pünktlich bezahlt haben.

Das Finanzamt stimmt Ihrem Antrag also nur in den Fällen zu, wenn Sie eigentlich auch ohne Verlängerung klarkommen würden. Irgendwie skurril, oder?

 

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Andreas Reichert

Steuerberater und Vorstand bei felix1.de
Als ehemaliger Softwareentwickler verbinde ich Steuerrecht, IT und Projektmanagement. Ich bin erst zufrieden, wenn komplizierte Dinge so sehr vereinfacht wurden, dass sie jedes Kind versteht.
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Als ehemaliger Softwareentwickler verbinde ich Steuerrecht, IT und Projektmanagement. Ich bin erst zufrieden, wenn komplizierte Dinge so sehr vereinfacht wurden, dass sie jedes Kind versteht.