Digitalisierung im Finanzamt: Baden-Württemberg voll auf SESAM

Digitalisierung-FinanzamtVoller Kurs auf Digitalisierung in der Finanzverwaltung: Die Finanzämter in Baden-Württemberg zeigen, dass die Pläne zur volldigitalen Steuererklärung nicht nur heiße Luft waren. Und gehen dabei mit gutem Beispiel voran.

In Baden-Württemberg ist der Ehrgeiz groß, die Steuererklärung komplett zu digitalisieren. Nicht nur hat man dort ein Verfahren zur Digitalisierung der in Papierform abgegebenen Steuererklärungen entwickelt. Man lebt diese Pläne dort auch und zeigt voller Elan, dass sie umsetzbar sind.

Zeitgewinn, Flexibilität und Zeitgewinn

Denn laut einer Pressemitteilung des Baden-Württembergischen Finanzministeriums vom 27. Juli 2016 hat die Staatssekretärin im Finanzministerium Baden-Württemberg Gisela Splett sich bei einem Besuch im Landeszentrum für Datenverarbeitung (LZfD) ein Bild gemacht, wie die komplett digitale Steuererklärung aussehen kann.

Ihre Kernaussagen zur Möglichkeit, Papiersteuererklärungen einzuscannen:

  •  „Die Zukunft der Steuerverwaltung ist digital.“
  •  „Das erleichtert die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.“
  •  „Die Zeit (…) können die Mitarbeiter stattdessen in die Bearbeitung von schwierigen Steuererklärungen investieren“.

Damit liegen die Vorteile auf der Hand: Zeitgewinn, Flexibilität, Effektivität.

In 2017 zentrales Scanzentrum geplant

Und der Elan schreitet voran: Bisher werden die Steuererklärungen in den Finanzämtern eingescannt. Nachdem nun bis Ende Juni 2016 die Möglichkeiten zentraler Scanprozesse untersucht und getestet wurden, ist man sich jetzt sicher: Die Vorteile gegenüber dem dezentralen Scannen in den Finanzämtern liegen in der hohen Wirtschaftlichkeit und der besseren Reaktionsmöglichkeit auf den unterschiedlichen Arbeitsanfall.

Der Plan: Es soll ein zentrales Scanzentrum geschaffen werden. Ziel ist die landesweite Umstellung auf zentrale Scanprozesse im Laufe des nächsten Jahres. Klingt vielversprechend.

Digitalisierung Go!

Auch wir sind optimistisch! Schließlich steckt das Bundesland viel Energie in die Entwicklung eines Verfahrens zur Digitalisierung der Finanzverwaltung. So war Baden-Württemberg federführend bei der Einführung des SESAM-Verfahrens. Wer jetzt an Frühstück denkt, sollte sich unseren Artikel „BIENE, ELFE, SESAM: digitale Spielereien der Finanzverwaltung“ noch einmal zu Gemüte führen. Alle anderen wissen bereits: SESAM steht für „Steuererklärungen scannen, archivieren und maschinell bearbeiten“.

Das Verfahren mit dem wohlschmeckenden Namen ist Teil des Gesamtvorhabens KONSENS, mit dem papierbasierte Verfahrensabläufen schrittweise abgelöst und stattdessen möglichst für alle Phasen des Besteuerungsprozesses elektronische Verfahren entwickelt werden sollen. Zum Beispiel sollen Adressen automatisch geprüft, Fälle in Risikogruppen eingeteilt (Risikomanagementsystem) und der Ablauf voll automatisiert werden. Nur wenn nach der Prüfung ein Risiko besteht, nimmt sich ein „menschlicher“ Finanzbeamter der Steuererklärung an.

Als großer Fan der Digitalisierung freuen wir uns natürlich über so viel Tatendrang bei der Finanzverwaltung in Baden-Württemberg und sagen ganz klar: Weiter so!

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Rechtliche und steuerliche Themen – spricht man sie an, folgt nicht selten ein Gähnen beim Gegenüber. Ich versuche diese Themen in meinen Texten so zu verpacken, dass sie jeder versteht und es einfach mehr Spaß macht, sie zu lesen.