Das Wichtigste zur E-Bilanz

Das Wichtigste zur E-BilanzDie elektronische Übermittlung der Bilanz ist gesetzlich vorgeschrieben. Jeder, der eine Bilanz erstellt, muss diese auch auf eine ganz bestimmte Weise elektronisch einreichen. Was aber verbirgt sich dahinter und was ist Ziel des Ganzen? Wir verraten es.

Wenn Bilanz, dann elektronisch

Wer nicht mit einer Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) auskommt, sondern eine Bilanz erstellen muss, den trifft es gleich doppelt hart: Er hat nicht nur viel mehr Aufwand, sondern muss sich auch noch darum kümmern, dass er seine Bilanz nach einer vorgegebenen Taxonomie einträgt und elektronisch übermittelt. Konkret betroffen sind diese „Pechvögel“:

  • Kaufleute nach dem Handelsgesetzbuch (HGB), also konkret GmbH, UG, AG, OHG,
  • Gewerbetreibende mit Umsätzen über 600.000 Euro oder Gewinnen über 60.000 Euro im Jahr
  • und alle, die es freiwillig tun.

Freiwillig bilanzieren können Gewerbetreibende unterhalb der Umsatz- und Gewinngrenze sowie alle Freiberufler.

Nur, wer wirklich ganz arm dran ist und sich mit den vorhandenen finanziellen Mitteln die technischen Möglichkeiten zur elektronischen Übermittlung nicht leisten kann, ist aus dem Schneider. Das nennt man dann unbillige Härte. Hier muss der Unternehmer einen Antrag stellen und sich richtig ins Zeug legen, was die Begründung angeht.

Das bedeutet E-Bilanz

Was aber hat es mit der E-Bilanz auf sich? Die E-Bilanz ist Teil des Verwaltungsabkommens KONSENS. Lesen Sie dazu auch unseren Artikel „BIENE, ELFE und SESAM: digitale Spielereien der Finanzverwaltung“. Hiernach muss seit dem 1.1.2013 jede Bilanz elektronisch übermittelt werden. Die Bilanz in Papierform gehört seitdem der Vergangenheit an.

Nun ist es Pflichtprogramm

Stammdaten (Rechtsform, Sitz, Steuernummer etc.) und

Jahresabschluss, also insbesondere:

  • Einheitsbilanz oder Handelsrechtliche Bilanz inkl. Überleitungsrechnung oder Steuerbilanz
  • Gewinn-und Verlustrechnung
  • Ergebnisverwendung
  • Kapitalkontenentwicklung (nur für Personenhandelsgesellschaften und andere Mitunternehmerschaften)
  • Steuerliche Gewinnermittlung

elektronisch zu übermitteln. Elektronisch bedeutet: Der Unternehmer muss die Bilanz im XBRL-Format übertragen. Grundlage ist die sog. Taxonomie. Das ist ein gegliedertes hierarchisches Datenschema zur Übermittlung von Finanzberichten, das regelmäßig von der Finanzverwaltung aktualisiert wird. Die bereits vorhandene Taxonomie musste der Unternehmer mit Umstellung auf die E-Bilanz anpassen. Entscheidend ist, dass die verwendete Buchhaltungssoftware XBRL-fähig ist.

Übrigens: Wer möchte, kann natürlich auch alle anderen Bestandteile der Bilanz elektronisch übermitteln, z.B. den Anhang sowie den Lage- oder Prüfbericht.

Vorteile und Ziele der E-Bilanz

Warum wird das Ganze gemacht? Laut Gesetzgeber ist das Ziel der E-Bilanz die Erleichterung bei der Steuererhebung und der Abbau der Bürokratie im Interesse von Bürgerinnen und Bürgern, Unternehmen und Staat.

Wer als Unternehmer also voll auf den Zug der Digitalisierung aufspringt, braucht überhaupt nichts mehr in Papierform zu übermitteln (Stichwort: Medienbruchfreiheit), hat die voll elektronische Änderungsmöglichkeit und spart nicht zuletzt Papier- und Portokosten.

De facto liegt wohl aber der große Vorteil bei den Finanzämtern: Sie können elektronische Plausibilitätskontrollen und Datenabgleiche mit zuvor übermittelten Daten durchführen und erkennen so Fehlübertragungen zwischen Papierform und gespeicherten Daten. Vor allem aber haben die Finanzämter so eine umfassende Datenauswertungsmöglichkeit. Es erfolgt eine Risikobewertung durch Zuordnung zu bestimmten Kategorien z.B. in risikoarm / risikobehaftet oder hohes/ niedriges Kontrollbedürfnis.

Folge: Auch die Banken springen auf

Übrigens: Mittlerweile wird das System nicht zur zusätzlich zur Veröffentlichung im Bundesanzeiger genutzt. Auch Banken werden künftig die Möglichkeit nutzen, die Daten elektronisch zu empfangen und auszuwerten, um die Kreditwürdigkeit von Unternehmen zu überprüfen (ELBA: ELEKTRONISCHE BILANZABGABE im Rahmen der Kreditvergabe an Unternehmen).

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Rechtliche und steuerliche Themen – spricht man sie an, folgt nicht selten ein Gähnen beim Gegenüber. Ich versuche diese Themen in meinen Texten so zu verpacken, dass sie jeder versteht und es einfach mehr Spaß macht, sie zu lesen.