Taxiunternehmer ohne Schichtzettel riskieren höhere Steuer

Taxi und SchichtzettelGrundsätzlich müssen Sie als Selbstständiger in Ihrer Buchführung jeden Umsatz einzeln aufzeichnen. Für Taxiunternehmer gilt allerdings eine Erleichterung: Wenn sie die Schichtzettel aufbewahren, entfällt die Pflicht zur Einzelaufzeichnung. Allerdings ist dabei einiges zu beachten, ansonsten kann das Finanzamt Ihre Umsätze nachträglich erhöhen und Steuern nachfordern.

Das Taxigeschäft ist keines wie jedes andere, deshalb gelten bei Buchführung und Steuern ein paar Besonderheiten. Diese bringen auf der einen Seite Erleichterung. Allerdings gibt es die nicht zum „Nulltarif“. Denn schließlich sollen auch hier die Grundsätze der ordnungsmäßigen Buchführung eingehalten werden und dem Fiskus keine Steuereinnahmen durch die Lappen gehen.

Zwar müssen Taxiunternehmen nicht jeden Umsatz einzeln aufzeichnen – allerdings nur, wenn sie die Schichtzettel ordentlich führen und aufbewahren. Bedeutet: Auf dem Zettel müssen die Angaben von Taxameter und Kilometerzähler der einzelnen Taxen stehen. Daraus muss sich die Höhe der Umsätze ergeben. Und sie sind nur dann verzichtbar, wenn ihr Inhalt täglich in ein ordnungsgemäßes Kassenbuch übertragen wird.

Ist der Unternehmer hier nachlässig, hat das Folgen: Dann entspricht die Buchführung nicht den gesetzlichen Anforderungen und die Finanzverwaltung darf Umsätze hinzuschätzen. So hat es das Finanzgericht München entschieden (Urteil v. 21.11.2016, 7 K 2784/15).

Bei der Betriebsprüfung fielen Mängel auf, …

Geklagt hatte ein Taxiunternehmen, das bei einer Lohnsteuer-Außenprüfung durch fehlende Schichtzettel und ein nicht auffindbares Kassenbuch auffiel. Außerdem tauchten Unterlagen auf, nach denen die tatsächlichen Umsätze von den in der Buchhaltung aufgezeichneten Umsätzen abwichen. Konsequenz: Das Finanzamt nahm deshalb Schätzungen und Nachkalkulationen vor und erließ geänderte Steuerbescheide – zu Recht, so die Münchner Richter.

… die das Finanzamt zur Umsatzschätzung berechtigen

Denn der Taxiunternehmer hatte keine Schichtzettel aufbewahrt. Außerdem glich sein Kassenbuch einer Loseblattsammlung, sodass die Zettel nicht entbehrlich waren.

Das Finanzamt schätzte daraufhin anhand der Kilometerstände auf Reparatur- und Wartungsrechnungen sowie TÜV-Protokollen die Jahresfahrleistung und multiplizierte diese mit dem durchschnittlichen Bruttoerlös pro Kilometer, der sich auf Basis der Unternehmensbilanz ergab. Die Richter winkten diese Methode der Umsatzschätzung durch.

Weitere Erleichterung: Bei der Steuer auf Privatfahrten ist ein niedrigerer Taxi-Listenpreis erlaubt

Wie alle Unternehmer dürfen auch Taxifahrer ihr „Firmenfahrzeug“ privat nutzen. Allerdings müssen sie dies versteuern – und zwar entweder anhand eines sorgfältig geführten Fahrtenbuchs oder pauschal nach der sog. 1%-Methode. Dabei ist monatlich 1% des Listenpreises eines Neuwagens zu versteuern. Es gilt: Je niedriger der Listenpreis, desto geringer die Steuerlast.

Der Clou: Taxiunternehmer müssen nicht den normalen Herstellerpreis zugrunde legen, sondern dürfen eine Preisliste mit Branchenrabatten nutzen. In einem gerichtlich entschiedenen Fall durfte der Unternehmer nach einer gesonderten Liste für „Taxi und Mietwagen“ versteuern. Dort kostet der entsprechende Pkw über 10.000 Euro weniger als nach der allgemeinen Herstellerpreisliste. Das macht im Jahr einige hundert Euro weniger Steuer aus. Lesen Sie dazu auch den Artikel „1-Prozent-Regelung bei Taxis: Auf diese Liste kommt es an“.

Umsatzsteuer bei Kranken- und Auslandsfahrten sowie dem Transport von Gegenständen

Wichtig für Taxiunternehmer ist auch die Umsatzsteuer. Hier lautet die Gretchenfrage: 7% oder 19%? Die Antwort: Kommt drauf an. Auf die Länge der gefahrenen Strecke und darauf, ob die Fahrt innerhalb einer Gemeinde oder Stadt erfolgt. Komplizierter ist es bei Kranken- und Auslandsfahrten. Alles Wichtige finden Sie in unserem Blogbeitrag „7 steuerliche Besonderheiten bei Taxiunternehmen“.

Wenn Sie sich in diesem hart umkämpften Geschäft nicht im Dickicht der Spezialregelungen verheddern wollen, hilft Ihnen das Steuerberatungspaket für 1-Wagen-Taxiunternehmer.

Die neuen Fiskaltaxameter: Erleichterungen für die Zukunft

Ab dem 1. Januar 2017 besteht die Pflicht zur Nutzung von Fiskaltaxametern, die den Ansprüchen des Finanzamts genügen, bei allen Neuanschaffungen. Alte Geräte dürfen weiter in Betrieb bleiben, wenn alle vom Hersteller angebotenen Softwareanpassungen durchgeführt wurden und gegebenenfalls noch zusätzlich notwendige Einzelaufzeichnungen getätigt werden. Bei den neuen Fiskaltaxametern sind keine Einzelaufzeichnungen mehr notwendig. Eine dem früher händisch geführten Schichtzettel vergleichbare Aufzeichnung wird elektronisch erstellt. Dies ist eine wirkliche Erleichterung! Zusätzlich kann ein versierter Steuerberater die im Fiskaltaxameter aufgezeichneten Daten gleich für die Buchhaltung und die Steuererklärung nutzen. Es lohnt sich, mit dem Steuerberater die Einführung des Fiskaltaxameters konkret zu besprechen.

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