Sale-and-Lease-Back: So kommen Sie schnell an Geld

sale and lease back Nicht selten brauchen Unternehmen kurzfristig Geld. Wenn aber keine Bank bereit ist, einen Kredit zu geben oder das Unternehmen sich die Zinsen sparen will, kann Sale-and-Lease-Back eine interessante Möglichkeit sein, trotzdem an das Geld zu kommen.

Sale-and-Lease-Back klingt kompliziert – ist es aber gar nicht. Und so funktioniert es: Das Unternehmen verkauft einen Gegenstand – meistens ein Geschäftsgebäude – und least es sofort wieder zurück. So erhält das Unternehmen das Geld für den Verkauf und schon ist auch ohne Kredit genug Geld da. Über diese Methode kann auch ein Gegenstand verkauft werden, den das Unternehmen unbedingt benötigt. Weiterer Vorteil: Durch den Verkauf sieht die Bilanz dann oft auch besser aus und die Banken geben schneller einen Kredit.

Durch Sale-and-Lease-Back die Bilanz verbessern

Natürlich stellt sich die Frage, warum die Bilanz sich verbessert, wenn ein Gegenstand verkauft wird. Der Grund ist ganz einfach: In der Bilanz werden alle Vermögensgegenstände nur maximal mit den Anschaffungskosten ausgewiesen. Viele Gegenstände wurden auch noch abgeschrieben. Es kann also vorkommen, dass z. B. ein Geschäftshaus in der Bilanz mit einem Wert von 0 Euro ausgewiesen wird, obwohl es mehrere Millionen Euro wert ist. Durch den Verkauf landet nun Geld auf dem Konto. Die Bilanz sieht deshalb besser aus.

Die Steuern nicht vergessen

Wird ein Gegenstand verkauft und ist der Erlös größer als der Buchwert, steigt somit auch der Gewinn.

Achtung: Sale-and-Lease-Back kann also Steuern auslösen.

Beispiel: In Herrn Schmidts Unternehmen befindet sich ein älteres Bürogebäude. In der Bilanz ist das Gebäude mit nur noch 100.000 Euro ausgewiesen. Herr Schmidt verkauft das Gebäude am 01.01.2017 für 500.000 Euro. Der Gewinn von 400.000 Euro ist einkommensteuerpflichtig. Bei einem persönlichen Steuersatz von 42 % muss Herr Schmidt deshalb zusätzlich 168.000 (400.000 Euro x 42 %) Euro Steuern zahlen.

Allerdings least Herr Schmidt das Gebäude vom Käufer. Die Leasingraten sind als Betriebsausgaben abziehbar und dies verringert die sehr hohe Steuer ein wenig.

Beispiel: Herr Schmidt zahlt monatlich eine Leasingrate von 5.000 Euro. Im gesamten Jahr mindert die Leasingrate seinen Gewinn um 60.000 Euro.
Herr Schmidt hat im Jahr 2017 durch Sale-and-Lease-Back nur noch einen Gewinn von 340.000 Euro (400.000 Euro – 60.000 Euro) zusätzlich zu versteuern. Bei seinem Steuersatz sind 142.800 Euro (340.000 Euro x 42 %) Einkommensteuern zu zahlen.

Tipp: Herr Schmidt kann eine Rücklage (§ 6b-Rücklage) bilden und damit die Besteuerung in spätere Jahre verschieben.

Beispiel: Herr Schmidt bildet im Jahr 2017 eine § 6b-Rücklage. Die Bildung darf maximal 400.000 Euro betragen. Herr Schmidts Gewinn mindert sich deshalb im Jahr 2017 um diese 400.000 Euro. Dadurch er hat sogar einen Verlust in 2017 von 60.000 Euro erzielt.

Gewinn aus Verkauf:           400.000 Euro
Leasingraten                       – 60.000 Euro
6b-RL                                – 400.000 Euro
Verlust                                 – 60.000 Euro

Herr Schmidt spart in 2017 Steuern in Höhe von 21.000 Euro (Verlust 60.000 Euro x 35 %).

Aber Achtung: Die § 6b-Rücklage ist an Voraussetzungen gebunden. Herr Schmidt muss entweder

  • innerhalb von 4 Jahren ein anderes Gebäude kaufen oder
  • innerhalb von 6 Jahren ein neues Gebäude bauen und dann die 6b-Rücklage auf dieses Gebäude übertragen.

Kauft er kein Gebäude, wird die Rücklage aufgelöst und es sind zusätzlich für jedes Jahr 6 % zusätzlich zu versteuern.

Achtung: Durch die § 6b-Rücklage kann die Steuer nur in Folgejahre verschoben werden.

Wer ist Eigentümer?

Eigentlich sollte es ja klar sein: Derjenige, der den Gegenstand gekauft hat, ist natürlich der Eigentümer. Steuerrechtlich ist das aber nicht so einfach. Der Gegenstand kann nämlich auch dem alten Eigentümer weiter zugerechnet werden, obwohl dieser verkauft hat. Und das kommt gar nicht mal so selten vor.
Wird der Leasingvertrag nämlich falsch gestaltet, ist das Gebäude oder auch ein anderer Gegenstand weiterhin beim Verkäufer in der Bilanz anzusetzen. Dann nimmt der Verkäufer auch die Abschreibung vor und die Leasingraten werden als Betriebsausgabe abgezogen.

Tipp: Bei der Vertragsgestaltung sollen Sie immer einen Fachmann hinzuziehen. Leasen Sie von einem Spezialisten, wie z. B. die ETL-Leasing GmbH & Co. KG, können Sie sich darauf verlassen, dass der Leasingvertrag richtig gestaltet ist. So vermeiden Sie steuerliche Nachteile.

Achtung: Sale-and-Lease-Back ist nicht nur für Gebäude nutzbar. Sie können auch jeden anderen Gegenstand verkaufen und zurück leasen und so Fremdkapital schonen.