Eigenkapitalquote: So bleiben Sie für Geldgeber attraktiv

eigenkapitalquote-so-bleiben-sie-fuer-geldgeber-attraktivHat Ihnen die Bank auch schon mal einen Kredit für Ihr Unternehmen nicht gegeben? Dann stimmt vielleicht die Eigenkapitalquote nicht. Wozu die Bank und auch Investoren die Eigenkapitalquote benötigen, erfahren Sie hier.

Die Eigenkapitalquote ist ein wichtiges Zeichen, wie es um ein Unternehmen steht. Denn eine besonders niedrige Eigenkapitalquote zeigt, dass das Unternehmen kaum selbst Kapital besitzt. Deshalb könnte man annehmen, dass eine besonders hohe Eigenkapitalquote immer gut für das Unternehmen ist. Das stimmt aber nicht.

Was ist die Eigenkapitalquote?

Die Eigenkapitalquote ist das Verhältnis zwischen dem gesamten Kapital des Unternehmens und dem Eigenkapital. Diese Quote zeigt, wie das Verhältnis zwischen dem Eigenkapital und dem Fremdkapital ist.

Beispiel:            

Aktiva     Passiva
Anlagevermögen 50.000 Eigenkapital 50.000
Warenbestand 50.000 Verbindlichkeiten 70.000
Forderungen 20.000
Summe 120.000 Summe 120.000

Um die Eigenkapitalquote zu ermitteln, wird das Eigenkapital (50.000 Euro) durch das Gesamtkapital (120.000 Euro) geteilt. Die Eigenkapitalquote liegt bei ca. 42 %.

Hohe Eigenkapitalquote

Grundsätzlich ist eine hohe Eigenkapitalquote gut, um ein Darlehen von einer Bank zu erhalten. Oft ist es mit einer sehr hohen Eigenkapitalquote sogar gar nicht notwendig Kredite aufzunehmen, da das Unternehmen selbst genug Geld besitzt. Wird ein Darlehen benötigt, hat die Bank durch das Eigenkapital eine gewisse Sicherheit.

Wie hoch sollte das Eigenkapital sein?

Die Banken teilen Unternehmen in drei Kategorien ein.

  • Eigenkapitalquote unter 10 % = ungünstiger Wert
  • Eigenkapitalquote zwischen 10 % und 25 % = mittlerer Wert
  • Eigenkapitalquote ab 25 %   = guter bis sehr guter Wert

Um also einen Kredit zu bekommen, sollte die Eigenkapitalquote über 25 % liegen.

Wie kann die Eigenkapitalquote verändert werden?

Die Eigenkapitalquote kann jedes Unternehmen selbst beeinflussen. Denn je nachdem ob Gewinne ausgeschüttet werden oder im Unternehmen bleiben, ändert sich das Eigenkapital und damit auch die Eigenkapitalquote. Die Eigenkapitalquote kann auch dadurch erhöht werden, indem die Gesellschafter des Unternehmens Einlagen leisten.

Eine weitere Möglichkeit die Eigenkapitalquote zu erhöhen ist, dass das Unternehmen weitere Gesellschafter aufnimmt, die neues Geld in das Unternehmen einbringen.

Eine hohe Eigenkapitalquote kann auch schädlich sein

Für Investoren ist die Eigenkapitalquote ebenfalls wichtig. Denn aus der Eigenkapitalquote und dem erzielten Gewinn lässt sich die Eigenkapitalrentabilität errechnen. Je höher das Eigenkapital ist, umso kleiner wird diese Eigenkapitalrentabilität. Sollen neue Gesellschafter aufgenommen werden, ist es deshalb sinnvoll, vorher das Eigenkapital zu senken, um eine höhere Eigenkapitalrentabilität zu erzielen.

Beispiel: Die Schmidt-AG hat im Jahr 2015 einen Gewinn von 5.000 Euro erzielt, der ausgeschüttet wird. Das Eigenkapital beträgt 500.000 Euro. Die Eigenkapitalrentabilität beträgt nur 1 % (5.000 Euro von 500.000 Euro).
Senkt die AG das Eigenkapital von 500.000 Euro auf 50.000 Euro ab, liegt die Eigenkapitalrentabilität bei 10 % (5.000 Euro von 50.000 Euro).

Bei Aktiengesellschaften ist es allerdings nicht so einfach die Eigenkapitalquote zu senken. Es besteht aber die Möglichkeit, eine Sonderdividende auszuschütten oder die Aktiengesellschaft kauft eigene Aktien zurück.

Fazit: Jedes Unternehmen sollte die Eigenkapitalquote im Auge behalten. Soll ein Kredit aufgenommen werden, sollte die Eigenkapitalquote möglichst vorher auf über 25 % gesteigert werden.

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Andreas Reichert

Steuerberater

Als ehemaliger Softwareentwickler verbinde ich Steuerrecht, IT und Projektmanagement. Ich bin erst zufrieden, wenn komplizierte Dinge so sehr vereinfacht wurden, dass sie jedes Kind versteht.
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