3 Gründe, warum Sie Ihre Finanzbuchhaltung nicht selbst erstellen sollten

Sanduhr läuft ab Die Verführung ist groß: Ich kaufe mir eine günstige Buchhaltungs-Software, vielleicht nur für ein paar Euro. Und damit erledigt sich die Finanzbuchhaltung quasi von selbst und gegenüber dem Finanzamt bin ich auf der sicheren Seite. Oder etwa nicht?

Leider ist es nicht ganz so einfach. Und die Folgen können dramatisch sein, wenn etwas schief geht. Es gibt deshalb gute Gründe, bei der Buchhaltung auf Experten zu vertrauen:

Grund 1: Sie sparen Zeit und Geld und können ruhig schlafen

Die Buchhaltung kostet eine Menge Zeit – und die fehlt Ihnen beim Kerngeschäft. Überlegen Sie deshalb, ob Sie nicht lieber Geld verdienen möchten, anstatt sich mit „Verwaltungskram“ herumzuschlagen.

Wenn Sie hier Fehler machen, kostet es Ihr Geld. Und das kann schnell passieren, denn als Unternehmer sind Sie noch nicht automatisch Buchhaltungs- oder gar Steuerexperte. Und wenn später ein Steuerberater entstandene Fehler nachträglich „ausbügeln“ muss oder – noch schlimmer – der Betriebsprüfer Ihnen aus Versäumnissen „einen Strick dreht“, kann es richtig teuer werden.

Diese Vorstellung kann einem den Schlaf rauben. Doch das Steuerrecht ist leider sehr komplex und zahlreiche Klippen müssen umschifft werden. Vertrauen Sie dabei auf einen Experten, damit alles in den richtigen Händen ist und Sie ruhig schlafen können.

Grund 2: Das Finanzamt kennt die Tricks und schaut deshalb genau hin

Elektronische Aufzeichnungen lassen sich manipulieren. Insbesondere können Einnahmen nachträglich „verschwinden“, das weiß auch die Finanzverwaltung. Dem Fiskus drohen dadurch Steuerausfälle – und die will er natürlich unter allen Umständen verhindern.

Deshalb gelten hohe Anforderungen an die Verarbeitung und Aufbewahrung digitaler Unterlagen, für die Bücher sowie die Dokumentation von Geschäftsvorfällen. Lesen Sie dazu auch den Artikel „GoBD – Was muss ich als Unternehmer jetzt tun?“.

Besonders genau schaut die Finanzverwaltung deshalb bei Unternehmen hin, in denen viel mit Bargeld gezahlt wird und die ihre Umsätze mithilfe von Registrierkassen bzw. PC-Kassen elektronisch erfassen. Denn hier ist das Risiko von Steuerhinterziehung durch nachträgliche Änderungen an den Einnahmedaten besonders hoch.

Im Zweifel müssen Sie nachweisen, dass Ihre Buch- und Kassenführung ordnungsgemäß ist und keine Manipulationen möglich sind.  Dazu ist eine ganze Latte von Unterlagen und Daten erforderlich. Und hier reicht es nicht aus, einfach irgendeine Buchhaltungs-Software zu kaufen. Man muss schon genau wissen, was zu tun ist – am besten mithilfe eines Experten.

Grund 3: Wenn das Finanzamt Fehler findet, kassiert es für mehrere Jahre nach

Vertrauen in die Angaben des Unternehmers ist gut, Kontrolle ist besser. Deshalb wurde die Betriebsprüfung erfunden. Das Fatale dabei: Ist die Buchführung formell nicht ordnungsgemäß und ist z.B. Ihre Kassenführung mangelhaft, darf das Finanzamt Ihre Besteuerungsgrundlagen, also Einkünfte, Umsätze usw. schätzen. Da die Betriebsprüfung meist über drei Jahre reicht, summiert sich das entsprechend. So hat das Finanzgericht Münster ein nicht ordnungsgemäßes Kassensystem mit einem „Aufschlag“ von 7,5% auf die vom Unternehmer erklärten Umsätze bestraft.

Fazit: Wer hier nicht das nötige Wissen mitbringt, ist mit der Hilfe eines Experten definitiv besser bedient. Denn Schlaf, Zeit und Geld sind kostbare Güter, auf die man ungern verzichten möchte.

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